Gesundheit
"Fast drei Wochen": Merz kritisiert hohen Krankenstand in Deutschland
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Merz kritisiert Krankenstand als zu hoch
Videoclip • 01:30 Min • Ab 12
Nach Ansicht von Bundeskanzler Merz ist der Krankenstand in Deutschland zu hoch. Die Koalition müsse sich darüber unterhalten, wie man Anreize schaffe, dass die Menschen ihrer Beschäftigung nachgingen.
Das Wichtigste in Kürze
Bundeskanzler Merz hat den Krankenstand in Deutschland als zu hoch kritisiert.
Im Schnitt kämen die Beschäftigten in Deutschland auf 14,5 Krankentage.
Mit dem Koalitionspartner SPD müsse die Union deshalb auch über die Abschaffung der elektronischen Krankschreibung reden.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand der Deutschen kritisiert. Im Schnitt kämen die Beschäftigten in Deutschland auf 14,5 Krankentage, sagte der CDU-Politiker bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau bei Heilbronn. "Das sind fast drei Wochen in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?"
Man müsse sich darüber unterhalten, wie man Anreize schaffe, dass die Menschen ihrer Beschäftigung nachgingen, so Merz. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung. Diese gilt seit 2021, die Union dringt auf eine Abschaffung. "Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?", fragte der Kanzler. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen. "Am Ende des Tages muss stehen, dass wir alle zusammen in dieser Bundesrepublik Deutschland eine höhere volkswirtschaftliche Leistung gemeinsam erreichen, als wir sie gegenwärtig erreichen."
AOK: Telefonische Krankschreibung führt nicht zu erhöhter Quote
Die Krankenkasse AOK geht allerdings davon aus, dass die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung nicht dazu führt, dass sich Menschen häufiger krankschreiben lassen. Niedergelassene Ärzt:innen hätten diese nur in einem Bruchteil der Fälle abgerechnet.
Einen Einfluss auf die Zahlen kann der Kasse zufolge dagegen die Einführung der elektronischen Krankmeldung haben. Sie führe laut aktuellen Analysen zu einer vollständigeren Erfassung der Fehlzeiten.
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