Erkältungswelle
Unflexible Bestellregeln für Grippeimpfungen - Hausärzteverband fordert Neuerungen
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von dpaEin kleiner Piks kann eine fiese Grippe oft verhindern.
Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Manchen Arztpraxen fehlt es an Grippeimpfstoff. Die Branche warnt vor finanziellen Risiken bei Überbestellungen. Was der Hausärzteverband jetzt fordert.
Das Wichtigste in Kürze
Im Herbst sind Grippeimpfstoffe oft schnell vergriffen.
Die Impfstoffe müssen ein Dreivierteljahr im Voraus bestellt werden.
Finanzielles Risiko darf nicht auf den Arztpraxen liegen, sagt der Hausärzteverband.
Weil sie Grippeimpfstoffe lange im Voraus bestellen müssen, können Arztpraxen nach eigenen Angaben nicht schnell genug auf eine höhere Nachfrage reagieren. Die Hausärzte fordern daher, von finanziellen Risiken bei solchen Bestellungen befreit zu werden. "Unsere Praxen haben aktuell keinerlei Möglichkeit, auf eine stärkere Nachfrage angemessen zu reagieren. Grund ist die extrem rigide Bestellregelung, die uns keinerlei Flexibilität erlaubt", betonen Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Bestellungen viele Monate vorher fällig
Die Praxen müssten, auch wegen langfristigerer Produktion, ihren Bedarf an Impfstoffen bereits ein Dreivierteljahr vorher bestellen. So weit vorab sei jedoch nicht absehbar, wie viel Bedarf es gebe. Bestelle man als Praxis zu viel Impfstoff, der dann nicht benötigt werde, laufe man Gefahr, von den Krankenkassen finanziell sanktioniert zu werden. Dies wird als Regressrisiko bezeichnet.
In dieser Saison sei unter anderem wegen einer frühen Grippewelle die Nachfrage vergleichsweise hoch gewesen, heißt es vom Hausärzteverband. Ärzt:innen aus verschiedenen Regionen Deutschlands berichteten demnach, dass bereits Mitte Dezember Grippeimpfstoffe fehlten. Viele Praxen organisierten Netzwerke, um Restbeständen zu finden. Auch aktuell bestünden die Probleme weiterhin, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn die klassische Impfzeit vorbei sei, könne es vorkommen, dass Patienten vertröstet werden müssten.
"Ein Damoklesschwert über der Impfkampagne"
Die Verbandsvorsitzenden kritisieren, die Regelungen hingen seit Jahren "wie ein Damoklesschwert über der Impfkampagne. Das muss sich dringend ändern".
Vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hieß es Mitte Dezember, es gebe beim Grippe-Impfstoff bundesweit betrachtet keine Mangelsituation.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Impfung gegen Grippe.
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