Nahost-Konflikt
Experte sicher: Regimewechsel im Iran hat begonnen - aber nicht im westlichen Sinne
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von Kira BornDas iranische Regime um Khamenei ist im Zuge der Angriffe aus Israel und den USA auch innenpolitisch angeschlagen. (Archivbild)
Bild: via REUTERS
Das iranische Regime ist geschwächt und damit auch die Position des geistlichen Anführers Khamenei. Ein Experte glaubt, dass durch den Krieg mit Israel bereits ein Machtwechsel im Gange sei.
Im Zuge der Angriffe Israels auf iranische Atomanlagen ist das Mullahregime geschwächt wie seit langem nicht. Mit dem Druck von Außen und auch von Innen könnte nun ein Machtwechsel im Iran möglich sein, glaubt der ehemalige US-Diplomat Alan E. Eyre. Davon berichtet "euronews.".
Doch Eyre geht davon aus, dass der "Regimewechsel" nicht in Richtung eines demokratischeren Systems oder weniger autoritären Regimes ausschlägt, wie Europa und die USA es sich erhoffen.
Induzierter Machtwechsel von Außen im Iran wahrscheinlich nicht erfolgreich
Eyre, der als Diplomat unter US-Präsident Barack Obama tätig war, ist überzeugt, dass mit dem Krieg zwischen Israel und dem Iran eine "Regimewechsel" begonnen hat. Doch nicht "in dem Sinne ist, den die Westler im Sinn haben", wie er bei einem virtuellen Treffen des Middle East Institute am Dienstag (15. Juli) angab.
Der ehemalige Diplomat hält eine Übernahme der reformatorischen Kräfte um den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian für unwahrscheinlich. Auch wenn diese auf Diplomatie pochen, sei "das derzeitige Regime militarisierter, isolierter und sicherheitsorientierter" als zuvor, so Eyre.
Hinzukommt laut dem Experten, dass "mit der aktuellen Zusammensetzung der US-Regierung, beide nicht über das nötige Fachwissen" verfügen, um die Reformistin im Iran zu einem völligen Machtwechsel pushen zu können, wie Eyre urteilt.
Iran wird laut Experte ein autoritäres Regime bleiben
Die Geschichte hätte gezeigt, dass ein von außen induzierter Machtwechsel im Iran nicht das gewünschte Resultat erreicht. Nach dem Staatsstreich 1953 unter mithilfe der CIA, mit dem der Schah wieder eingesetzt wurde, zerbrach die Monarchie nur vier Jahre später in der "Revolution 57". Das Ergebnis: die Islamische Republik. Dabei stünden die Hauptakteure des Regimes, wie in der iranischen Armee oder reformistische Politiker:innen nach wie vor nach außen hin treu hinter dem geistlichen Führer Ali Khamenei.
Doch mit 85 Jahren wird Khamenei bald eine Nachfolge brauchen. Eyre geht laut "euronews." davon aus, dass derjenige, der den Anführer Irans ablöst, sich in einer schwachen Position wiederfindet. Er müsse wie Khamenei zuvor seine Macht langsam ausweiten. "Wer auch immer die Nachfolge von Khamenei antritt, muss denselben Prozess durchlaufen. Aber der neue Führer wird kurzfristig sehr schwach sein und unweigerlich der Politik von Khamenei folgen. Die IRGC (Islamischen Revolutionsgarde) wird in diesem Machtvakuum eine führende Rolle spielen."
Iranische Revolutionsgarde wird immer wichtigere Rolle erhalten
Die Revolutionsgarde wird immer mächtiger werden und den Regimewechsel vorantreiben, sollte die Nachfolge Khameneis nicht "genügend Autorität" erlangen, so Eyre.
Doch die Wende zu einem Regime hin, mit dem der Westen kooperieren kann, sieht Eyre als abwegig. Jegliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bleiben weiter "sehr schwierig". Doch das System sei im Wandel, egal wie sehr sich die Vereinigten Staaten einmischen, so der außenpolitische Experte.
"Die eigentliche Frage ist, welche Vision die USA von der Diplomatie mit dem Iran hat, ob dies ein strafender, maximalistischer Ansatz oder ein aufrichtiger Versuch ist, eine friedliche Lösung zu erreichen, die es vor dem Krieg überhaupt nicht gab. Eine Lösung, die nicht nur die Fähigkeiten des Iran, sondern auch seine Absichten mäßigen würde", meint der ehemalige US-Diplomat in dem Talk des Middle East Institute.
Verwendete Quellen:
euronews.: "Ehemaliger US-Diplomat: Im Iran findet ein Regimewechsel statt, aber nicht im Sinne des Westen"
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