Geheimdienste überprüfen Szenario
Laut Bericht: Trump plant im Iran-Krieg, einseitig den Sieg zu erklären
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von Max Strumberger:newstime
Trump misstraut Iran-Vorschlag
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
US-Geheimdienste prüfen laut Insidern, wie der Iran reagieren könnte, falls Donald Trump den seit zwei Monaten andauernden Krieg einseitig zum Sieg erklärt und anschließend US-Truppen abzieht.
Das Wichtigste in Kürze
In Washington wächst die Sorge vor den politischen Kosten des Iran-Kriegs.
US-Geheimdienste simulieren daher nach Insiderangaben, wie der Iran auf eine einseitige Siegeserklärung reagieren könnte – militärisch wie diplomatisch.
Die Geheimdienste bewerten Risiken für die Region, die NATO und die Energieversorgung.
US-Geheimdienste untersuchen Insidern zufolge, wie der Iran auf eine einseitige Siegeserklärung von Präsident Donald Trump in dem seit zwei Monaten andauernden Krieg reagieren würde. Die Analyse erfolge auf Bitte hochrangiger Regierungsvertreter, sagten zwei US-Beamte und eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, die Folgen eines möglichen US-Rückzugs aus dem Konflikt zu verstehen. Einige Berater fürchten demnach, dass der Krieg bei den Kongresswahlen im Spätherbst zu schweren Verlusten für die Trumps Republikaner führen könnte.
Umfragen zufolge ist der Militäreinsatz bei der US-Bevölkerung sehr unpopulär. In einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Erhebung von Reuters/Ipsos gaben nur 26 Prozent der Befragten an, dass der Einsatz die Kosten wert gewesen sei. Lediglich 25 Prozent sagten, er habe die USA sicherer gemacht.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, die USA stünden weiter in Verhandlungen mit dem Iran und ließen sich nicht zu einem schlechten Abkommen drängen. Der Geheimdienst CIA teilte mit, ihm sei die berichtete Einschätzung nicht bekannt.
NATO-Staaten verweigern Trump Unterstützung
Früheren Analysen zufolge würde die Führung in Teheran einen US-Abzug nach einer Siegeserklärung als eigenen Triumph werten, sagte einer der Insider. Behielten die USA jedoch eine starke Truppenpräsenz bei, würde der Iran dies eher als Verhandlungstaktik betrachten.
Trump hatte schon vor Wochen erklärt, die USA hätten den Krieg gewonnen. Zudem dauert der Konflikt inzwischen sehr viel länger als von Trump öffentlich in Aussicht gestellt. Auch scharfe Drohungen Trumps haben den Iran bislang offensichtlich noch nicht dazu bringen können, so weit auf den US-Präsidenten zuzugehen, wie sich dieser das wünscht. Trumps Vorgehen hat auch die Kluft zwischen den USA und den meisten NATO-Staaten vertieft.
Trump hatte NATO-Länder zur Unterstützung aufgefordert, aber erst nach Beginn des von den USA und Israel begonnenen Krieges. Die Unterstützung war ihm weitgehend verweigert worden, auch mit dem Argument, dass der Bündnisfall der NATO nur für den Fall gelte, dass eines der Mitgliedsländer angegriffen werde. Trump hatte sich darüber erzürnt gezeigt.
Auch in den News:
US-Bodenoffensive unwahrscheinlicher als zuvor
Der Krieg und die Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert werden, haben die Energiepreise massiv in die Höhe getrieben. Auch 20 Tage nach der von Trump verkündeten Waffenruhe haben diplomatische Bemühungen die Meerenge nicht wieder vollständig öffnen können. Ein Ende der Blockade und eine Reduzierung der US-Truppen könnten die Benzinpreise in den USA wieder senken.
Militärische Optionen bleiben Insidern zufolge auf dem Tisch, darunter erneute Luftangriffe auf die iranische Führung. Eine Bodenoffensive gelte jedoch als unwahrscheinlicher als noch vor einigen Wochen. Unterdessen hat der Iran die am 8. April begonnene Feuerpause offenbar genutzt, um verschüttete Waffen, Drohnen und Raketenwerfer wieder auszugraben. Die taktischen Hürden für eine Wiederaufnahme des Krieges seien daher nun höher als zu Beginn der Waffenruhe.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Reuters
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