Schwarz-rote Koalition

Koalitionsdebatte bei Markus Lanz – CDU-Politiker Röttgen: "Es ist anstrengend"

Aktualisiert:

von Natascha Wittmann

:newstime

Woche der Wahrheit für Koalition

Videoclip • 01:37 Min • Ab 12


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Bei "Markus Lanz" musste Norbert Röttgen Stellung zu den neuen Gerüchten über Spannungen in der schwarz-roten Koalition beziehen. Während aus der Runde bereits von einem bröckelnden Zusammenhalt die Rede war, wies der CDU-Politiker dramatische Szenarien zurück, räumte aber ein: "Es ist anstrengend."

Das Wichtigste in Kürze

  • Markus Lanz wollte in seiner Talksendung am Dienstag wissen, wie es um die schwarz-rote Koalition steht.

  • Journalist:innen beschrieben die Situation der Merz-Regierung als dramatisch und schlossen ein Scheitern nicht mehr aus.

  • CDU-Politiker Norbert Röttgen musste das Bündnis verteidigen, räumte aber Probleme ein.

In Berlin knirscht es und bei "Markus Lanz" wurde am Dienstagabend (29. April) einmal mehr die große Frage gestellt: Wie belastbar ist die schwarz-rote Koalition noch? Lanz brachte die Stimmungslage direkt auf den Punkt: "Irgendwie brennt da gerade der Busch."

Journalistin Mariam Lau bestätigte den Eindruck und beschrieb eine Nervosität, die sie so noch nicht kannte: "Ich habe noch nie so häufig gehört, es geht nicht mehr. (...) Und zwar von beiden Seiten." Inzwischen kursierten sogar Begriffe wie "Minderheitsregierung" und "Vertrauensfrage" - auch wenn sie niemanden kenne, "der ernsthaft sagt, eine Minderheitsregierung wäre ein Ausweg".

Auch Journalist Helge Fuhst zeichnete ein düsteres Bild: "Ich höre es auch, dass es eigentlich nicht mehr geht." Gleichzeitig erinnerte er daran, dass Kanzler Merz weiterhin Reformen liefern wolle - nur werde es immer schwerer, die Reihen geschlossen zu halten: "Die Frage ist, wie lange reicht die Kraft, immer wieder Anlauf zu nehmen, immer wieder die Koalition zusammenzukriegen, wenn man sieht, es bröckelt immer mehr weg, es gibt immer weniger Unterstützung?"

Markus Lanz wollte von CDU-Politiker Norbert Röttgen wissen: "Wie dramatisch ist es denn gerade?" Doch der wollte von Koalitions-Alarm nichts wissen. Stattdessen sagte er in Richtung Lau und Fuhst: "Ich kann nichts von Ihrer Schilderung bestätigen."

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Lanz stichelt gegen Koalition: "Wir wollen uns doch nicht gegenseitig erzählen, dass es gut läuft?"

Den Satz "Es geht nicht mehr" habe nach seiner Darstellung "kein Mensch" gesagt. Und Debatten über eine Minderheitsregierung? Für ihn klar: "Das ist doch alles Unsinn in dieser Lage!" Stattdessen betonte Röttgen, was aus seiner Sicht funktioniert: "Das funktionierendste Duo in dieser Koalition sind die beiden Fraktionsvorsitzenden." Zwischen den Fraktionen gebe es zudem "auch menschlich übrigens" ein "ziemlich gutes Verhältnis". Ganz reibungslos sei es trotzdem nicht: "Es ist anstrengend, das muss ich sagen, (...) aber auch das kriegen wir hin."

Lanz blieb dennoch misstrauisch und stichelte: "Wir wollen uns doch nicht gegenseitig erzählen, dass es gut läuft?" Röttgen antwortete trocken: "Das habe ich auch nicht gesagt." Als es schließlich um die Renten-Debatte und Merz' Kommunikation ging, verteidigte Röttgen den Kanzler: "Wenn man alles auf einen Satz reduziert, dann glaube ich, wird man dem nicht gerecht."

Der Moderator konterte erneut energisch: "Mir geht's um die Art und Weise, wie man kommuniziert!" Auch der Nahost-Konflikt und die wachsenden Spannungen zwischen Berlin und Washington sorgten für hitzige Debatten. Röttgen sparte dabei nicht mit Kritik an US-Präsident Trump und dessen Führungsstil: "Es ist (...) kein Präsident, der mit einer Regierung arbeitet, deren Expertise er aufnimmt in Entscheidungsprozesse".


Röttgen warnt vor "Übergang in einen Wirtschaftskrieg"

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen verwies derweil darauf, dass die Skepsis in den USA ebenso groß sei und Trump deshalb schnell einen Erfolg ausrufen müsse. Lau zweifelte jedoch, dass das so einfach klappen werde. Sie warnte vor der Brutalität des iranischen Regimes: "Man hat Leute, die bereit sind, das eigene Volk absolut zu knechten." Röttgen blieb ebenfalls unsicher, wie sich der Konflikt künftig entwickeln werde: "Ich bin nicht so sicher, was kommt." Er warnte: "Das, was jetzt stattfindet, ist der Übergang in einen Wirtschaftskrieg."

Bei der Interessenlage wurde Röttgen ebenso deutlich: "Wenn die USA verliert, ist es schlecht für uns. Wir haben an dieser Stelle das gleiche Interesse (...) wie die USA." Mariam Lau hielt prompt dagegen: "Dieser Krieg, den Trump jetzt geführt hat, frisst das bisschen Wachstum, mit dem wir zu rechnen hatten, und beschädigt den Gedanken, dass man nicht einfach willkürlich auf irgendein Land losgehen kann!" Röttgen ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und zog am Ende ein hartes Fazit: "Wenn dieses Verbrecherregime gewinnt, dann sind wir die Verlierer."

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