WM 2026
"Ekelhaft" und "komplett irre": Bundestags-Vizepräsident Nouripour schießt gegen FIFA
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Trump erhält FIFA-Friedenspreis
Videoclip • 01:46 Min • Ab 12
Hohe Ticketpreise und hoher Politikbesuch bei der Auslosung: Die FIFA erntet bereits vor der WM im kommenden Sommer viel Kritik. Ein deutscher Politiker hat sich nun geäußert.
Das Wichtigste in Kürze
Die FIFA hat zur Auslosung US-Präsident Donald Trump einen Friedenspreis verliehen.
Zudem sind die Ticketpreise für die WM besonders hoch.
Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour übt scharfe Kritik.
Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour hat schwere Kritik am Fußball-Weltverband FIFA geübt und sich dabei auch auf die Ehrung von US-Präsident Donald Trump und die WM-Ticketpreise bezogen.
"Die FIFA tut sich auf lange Sicht keinen Gefallen. Die Neutralität wird ziemlich übel gebrochen", sagte der Grünen-Politiker zur Auslosung vor gut einer Woche in Washington. Dabei war Trump mit dem FIFA-Friedenspreis geehrt worden.
Nouripour über Ticketpreise: "komplett irre"
Der Sinn einer WM sei die Völkerverständigung und nicht, "merkwürdige Sehnsüchte eines Präsidenten" zu befrieden, sagte Nouripour in der Sendung "Bild Sport" bei Welt TV. Die Show, die am 5. Dezember zu Ehren Trumps veranstaltet worden sei, nannte Nouripour "ekelhaft".
Die FIFA hatte zur Kritik an der Nähe zu Trump zuletzt mitgeteilt, dass Gianni Infantino als Präsident "gute Beziehungen" zu den Staatschef:innen der Gastgeberländer haben müsse, um eine erfolgreiche Veranstaltung zu gewährleisten.
Die WM-Ticketpreise bezeichnete Nouripour als "komplett irre". Die günstigsten Eintrittskarten im Fanblock der Nationalmannschaft für die drei Gruppenspiele im Sommer 2026 sind ab 155, 190 und 230 Euro pro Partie zu haben.
Scharfe Kritik an Pride-Spiel
Sehr deutlich positionierte sich Nouripour auch zum sogenannten Pride-Spiel, das am 26. Juni in Seattle zwischen Iran und Ägypten stattfinden soll. Dabei treffen zwei Teams aus muslimischen Ländern, in denen Homosexualität unterdrückt wird, aufeinander. Beide Nationen reagierten verärgert auf die Ansetzung. Ägyptens Fußball-Verband protestierte mit einem Brief.
"Die protestieren wie die Irren und wollen da nicht teilnehmen. Das geschieht denen recht, dass das auf Weltbühne das Pride-Spiel ist", sagte der Politiker, der selbst in Iran geboren ist, über sein Geburtsland. Er warnte die FIFA davor, die Ansetzung zu ändern oder zurückzunehmen. "Wenn die Mullahs das nicht aushalten, ist es ihr Pech", sagte Nouripour.
Die demokratisch-liberale US-Stadt Seattle feiert am letzten Juni-Wochenende 2026 die LGBTQ+-Gemeinschaft. Die englische Abkürzung LGBTQI+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen – und das Pluszeichen sowie das Sternchen sind Platzhalter für weitere Identitäten und Geschlechter.
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