Moskau meldet Angriffe
Drohnen- und Raketenangriffe auf Russland – Zweifel an Waffenruhe
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Drohne beschädigt Moskauer Wohnhaus (4. Mai)
Videoclip • 19 Sek • Ab 12
347 ukrainische Drohnen in einer Nacht: Russlands Militär meldet angebliche Rekordzahlen, während die Waffenruhe wackelt. Laut Präsident Selenskyj ignoriere Moskau jeden Vorschlag für eine Waffenruhe.
Zwei Tage vor dem Tag des Sieges hat Russland ausgedehnte ukrainische Drohnenangriffe gemeldet, was Zweifel an den von Kiew und Moskau einseitig erklärten Waffenruhen weckt. Über Nacht seien 347 feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar – es ist aber eine der höchsten je gemeldeten Zahlen. Betroffen waren demnach fast alle Regionen in West- und Zentralrussland.
Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, berichtete auf Telegram von insgesamt elf Drohnen, die beim Anflug auf die Hauptstadtregion abgeschossen worden seien. Nach Angaben des Telegramkanals Baza wurden unter anderem aus der Stadt Rschew nordwestlich von Moskau Gebäudeschäden gemeldet. In Lettland stürzten unweit der russischen Grenze zwei nicht identifizierte Drohnen ab, was zeitlich mit den ukrainischen Angriffen zusammenfiel.
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Wechselseitig verkündete Waffenruhen und anhaltende Angriffe
Die Ukraine hatte eine Waffenruhe mit Tagesanbruch am Mittwoch (6. Mai) ausgerufen und sich weitgehend daran gehalten. Zumindest blieben russische Meldungen über Angriffe aus. Russland hingegen setzte Drohnen- und Raketenangriffe fort, was der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft vom Mittwochabend (6. Mai) aus Kiew beklagte. Er kündigte an: "Wir werden entsprechend reagieren."
Gleichzeitig schien Selenskyj der Waffenruhe eine zweite Chance zu geben. "Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen", sagte er. Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen seien.
Mit Tagesanbruch am Freitag (8. Mai) soll eine zweitägige Waffenruhe in Kraft treten, die Moskau einseitig angekündigt hat. Sie erstreckt sich über die Feiern zum Andenken an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg mit Militärparade auf dem Roten Platz am Samstag (9. Mai). "Russland hat sich so verkämpft, dass seine wichtigste Parade von uns abhängt. Das ist ein klares Signal: Es ist Zeit, aufzuhören", sagte Selenskyj. Moskau hat für den Fall von Störungen der Parade Angriffe auf das Zentrum von Kiew angedroht. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa rief ausländische Diplomaten aus, Kiew zu verlassen.
Rechtfertigungen von Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechtfertigte die ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland trotz einer einseitig von Kiew erklärten Feuerpause. "Wir haben eine Waffenruhe ab Mitternacht des 6. Mai vorgeschlagen", schrieb er in sozialen Netzwerken. "Gestern und heute ist diese Waffenruhe von Russland gebrochen worden. Die spiegelbildliche Reaktion auf die russischen Angriffe sind unsere Langstrecken-Sanktionen" – gemeint sind Drohnenangriffe tief ins russische Hinterland.
Wenn Moskau den Pfad der Diplomatie einschlage, werde auch Kiew dies tun. Doch Russland töte weiter Menschen, "während es völlig irrational besessen ist von wenigen Stunden Stille in einem Teil von Moskau", schrieb Selenskyj. Seinen Angaben zufolge erreichten ukrainische Drohnen in der Nacht erneut die russische Stadt Perm am Ural mehr als 1.500 Kilometer entfernt von der Grenze. Der russische Gouverneur der Region Perm, Dmitri Machonin, bestätigte den Angriff auf ein nicht näher genanntes Industrieunternehmen. Ein Wohnblock sei beschädigt worden, schrieb er auf Telegram. Vergangene Woche hatten ukrainische Drohnen eine Ölpumpstation bei Perm in Brand geschossen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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