Sinkender Bierkonsum

Herforder Brauerei muss Betrieb einstellen – Warsteiner reagiert auf geringe Nachfrage

Aktualisiert:

von dpa

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Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen?

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Weil immer weniger Bier getrunken wird, zieht der Braukonzern um Warsteiner zwei Standorte seiner NRW-Bierproduktion am Stammsitz zusammen. Die Gewerkschaft NGG wirft dem Management Vertragsbruch vor.

Drastischer Kapazitätsabbau um fast ein Drittel mit einem Kahlschlag beim Bierkonzern um Warsteiner: Die Brauerei in Herford soll im zweiten Halbjahr 2026 geschlossen werden, teilte die Haus Cramer Gruppe mit. Zudem werde für die Brauerei in Paderborn ein Käufer gesucht.

Sollte ein Verkauf nicht gelingen, werde auch der Betrieb in Paderborn zum Jahresende 2026 eingestellt. Betroffen sind 98 Mitarbeiter:innen in Herford und 113 in Paderborn. Es werde angestrebt, einen Teil der Belegschaft in Warstein zu übernehmen.

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Gewerkschaft verweist auf Vertrag, der Standortsicherung vorsieht

Das Familienunternehmen begründete die tiefen Einschnitte mit dem sinkenden Bierkonsum in Deutschland. Mit den jetzt veröffentlichten Maßnahmen werde die Bierproduktion der Gruppe in Nordrhein-Westfalen am Stammsitz Warstein konzentriert. Auch die dortige Lohnproduktion für Kund:innen werde nach Warstein verlagert. Die Biermarken Herforder und Paderborner blieben erhalten und würden künftig in Warstein hergestellt. Die Haus Cramer Gruppe verfügt zudem über drei Produktionsstandorte in Bayern, die aber nicht betroffen seien.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wirft dem Management Wortbruch vor. Es gebe einen Zukunftssicherungsvertrag, der eine Sicherung der Standorte Herford und Paderborn bis Ende 2028 vorsehe. Dafür hätten die Beschäftigten ab Mitte 2021 auf Tariferhöhungen, auf Urlaubsgeld und auf Teile des Weihnachtsgeldes verzichtet. "Im Gegenzug galt das Versprechen der Haus-Cramer-Gruppe, die Brauereien weiterzubetreiben. Das Wort hat die Geschäftsleitung jetzt gebrochen", sagt NGG-Landeschef Mohamed Boudih.

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