Krankenkassenreform

ADAC warnt: Neues Sparpaket gefährdet die Einsatzfähigkeit der Luftrettung

Veröffentlicht:

von dpa

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Scharfe Kritik für Krankenkassen-Sparpaket (30. April)

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Die aktuellen Pläne der Bundesregierung gefährdeten die flächendeckende Einsatzfähigkeit, warnt der Vorsitzende der ADAC-Geschäftsführung. Besonders treffe es ländliche und strukturschwache Gegenden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das von der Regierung verabschiedete Sparpaket gefährde die flächendeckende Einsatzfähigkeit der Luftrettung, kritisiert der Vorsitzende der ADAC-Geschäftsführung, Frédéric Bruder.

  • Betroffen seien vor allem ländliche und strukturschwache Regionen, in denen die Luftrettung häufiger eine entscheidende Rolle spiele.

  • "Mehr Verantwortung und mehr Einsätze bei gleichzeitig gedeckelter Finanzierung" sieht Bruder problematisch.

Die ADAC-Luftrettung warnt vor negativen Folgen des geplanten Krankenkassen-Sparpakets. "Sollte der Gesetzentwurf unverändert umgesetzt werden, drohen mittelfristig Einschränkungen von Leistungen oder sogar die Schließung einzelner Luftrettungsstationen", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Frédéric Bruder. Das gefährde die flächendeckende Einsatzfähigkeit der Luftrettung.

Besonders betroffen wären demnach ländliche und strukturschwache Regionen, in denen die Luftrettung häufig eine entscheidende Rolle bei lebensbedrohlichen Notfällen spiele, weil es dort weniger Rettungswachen und Krankenhäuser gebe.

"Beim Entwurf der Reform sind die absehbaren Folgen für die Notfallversorgung offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt worden", kritisiert Bruder. Eine Korrektur sei dringend erforderlich.

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Kurzfristige Einsparungen nicht möglich

Ihm geht es dabei um eine im Gesetzentwurf vorgesehene Begrenzung von Vergütungssteigerungen. Bereits jetzt sei die Luftrettung teilweise auf Spenden angewiesen. Bei Umsetzung des Gesetzes wäre die Luftrettung dauerhaft strukturell unterfinanziert. Kurzfristige Einsparungen seien aber kaum möglich, schließlich würden Investitionen in Hubschrauber, medizinische Ausstattung und Rettungsstationen über Jahrzehnte geplant.

Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die Luftrettung durch immer längere Transportwege für die Patient:innen. "Mehr Verantwortung und mehr Einsätze bei gleichzeitig gedeckelter Finanzierung – das steht in einem klaren Widerspruch", so Bruder.

49.000 Einsätze im Jahr

Vergangenes Jahr flog die ADAC-Luftrettung nach eigenen Angaben knapp 49.000 Einsätze, das waren minimal weniger als im Jahr 2024. Für sie und ihre Tochterunternehmen arbeiten bundesweit rund 1.500 Menschen, darunter 180 Pilot:innen und rund 670 Notärzt:innen.

Das Sparpaket soll für stabile Beiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen sorgen. Geplant sind darin Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche – aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartner:innen.


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