Frieden oder Krieg?
Nordkorea streicht Wiedervereinigung mit Südkorea aus seiner Verfassung
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Nordkorea feuert über zehn Raketen ab (14. März)
Videoclip • 01:24 Min • Ab 12
Erstmals streicht Nordkorea das Ziel der Wiedervereinigung mit Südkorea aus der Verfassung. Ist dies eine Chance auf Annäherung – oder eine Gefahr?
Das Wichtigste in Kürze
Nordkorea zieht sich von Südkorea weiter zurück und streicht die angestrebte Wiedervereinigung aus seiner Verfassung.
Schon zuvor hatte sich der Norden vom Süden unter der Führung von Kim Jong-un symbolisch distanziert.
Expert:innen interpretieren die Verfassungsänderung unterschiedlich: Prognostiziert werden teils Chancen, teils Gefahr.
Nordkorea hat sämtliche Bezüge zu einer Wiedervereinigung mit Südkorea in einer überarbeiteten Verfassung gestrichen. Das konnte Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap im Vereinigungsministerium in Seoul anhand eines Dokuments einsehen.
Auch in den News:
Kim Jong-un: Südkorea sei der "Hauptfeind"
Die nordkoreanische Regierung hatte seit ihrer Staatsgründung 1948 eine politische Versöhnung mit dem Süden angestrebt. Von diesem Ziel entfernte sich Nordkoreas Oberbefehlshaber Kim Jong-un erstmals Ende 2023. Damals erklärte er Südkorea zum "Hauptfeind". Im Januar 2024 folgte der Abriss des symbolischen Denkmals für die Wiedervereinigung. Dabei ließ die Regierung das 30 Meter hohe Monument im Süden der Hauptstadt Pjöngjang entfernen.
Nun zieht sich Nordkorea in seiner Verfassung auch offiziell schriftlich von einer Wiedervereinigung mit Südkorea zurück.
Naht ein militärischer Konflikt?
Expert:innen sind sich uneinig über die Folgen dieser Verfassungsänderung. So zitiert Yonhap den Politikwissenschaftler Lee Jung Chul von der Seouler Nationaluniversität. Er sei der Meinung, die neue Politik könne eine Grundlage für die "friedliche Koexistenz" beider koreanischer Staaten schaffen. Andere sehen den Gegensatz: Mit dem fallengelassenen Ziel der Wiedervereinigung sei die Gefahr für einen potenziell militärischen Konflikt zwischen den zwei Ländern gestiegen.
Seit dem Koreakrieg (1950–53) ist die Halbinsel geteilt: Korea besteht nun aus einem kommunistischen Norden und einem demokratischen Süden. Mit dem Waffenstillstand endete zwar der Krieg, dennoch hat bis heute keiner der beiden Staaten einen Friedensvertrag unterzeichnet.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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