Gewalt durch Jugendgruppen

Brandenburgs Innenminister sieht gescheiterte Integration als Ursache für Jugendgewalt

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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So klappt Integration

Videoclip • 06:07 Min • Ab 12


Brutale Übergriffe, eingeschüchterte Zeug:innen und mehrere Tatverdächtige in Untersuchungshaft: Die Jugendgewalt in Brandenburg beschäftigt zunehmend die Ermittlungsbehörden. Innenminister Jan Redmann sieht in den Vorfällen auch ein Integrationsproblem und spricht über die Rolle der Elternhäuser.

Das Wichtigste in Kürze

  • Brandenburgs Innenminister Jan Redmann sieht in Fällen schwerer Jugendgewalt auch ein Integrationsproblem.

  • Nach mutmaßlichen Einschüchterungsversuchen sitzen mittlerweile sechs Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

  • In Frankfurt (Oder) und Potsdam sorgten gewalttätige Angriffe durch Jugendgruppen für Entsetzen.

Brutale Angriffe, verängstigte Zeug:innen und Jugendliche, die selbst vor am Boden liegenden Opfern nicht haltmachen: Mehrere Gewalttaten durch Jugendgruppen haben in Brandenburg für Aufsehen gesorgt. Innenminister Jan Redmann (CDU) sieht darin auch ein deutliches Warnsignal für die Integration.

Gegenüber der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" erklärte der Politiker: "Generell ist es ein Zeichen von fehlgeschlagener Integration, wenn jugendliche Migranten in dieser Weise straffällig werden."

Der Innenminister will die Gewalt in einigen Brandenburger Städten nicht hinnehmen.

Bild: Jens Kalaene/dpa


Nach Einschätzung Redmanns weisen einige Gruppen von Tatverdächtigen Gemeinsamkeiten hinsichtlich ihrer Herkunft und ihres sozialen Umfelds auf. "Man spricht dieselbe Sprache, hat die gleiche Religion und ähnliche Wertvorstellungen", sagte der Minister.

Innenminister sieht auch Probleme innerhalb der Familien

Redmann führt die aus seiner Sicht mangelnde Integration teilweise auf die Situation in den Elternhäusern zurück. Bei Polizeieinsätzen würden die Beamt:innen auf sehr unterschiedliche familiäre Verhältnisse treffen. So gebe es Eltern, die kaum Deutsch sprechen, während ihre Kinder die Sprache bereits beherrschen. Dadurch könne sich die Rollenverteilung innerhalb der Familie verschieben. "Dort stellt sich die Frage, wer in der Familie ab einem bestimmten Alter das Sagen hat und Dinge durchsetzen kann", erklärte Redmann.


Zeug:innen eingeschüchtert: Sechs Tatverdächtige in U-Haft

Neben den Gewalttaten selbst bereiten den Ermittlungsbehörden offenbar auch Versuche, Zeug:innen unter Druck zu setzen, Sorgen. Nach Angaben des Innenministers befinden sich mittlerweile sechs Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Bei einigen der vollstreckten Haftbefehle gebe es ausreichende Hinweise auf versuchte Einflussnahme.

"Wir haben bei einigen der vollstreckten Haftbefehle hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass die Tatverdächtigen versucht haben, auf Zeugen Einfluss zu nehmen, sie unter Druck zu setzen und davon abzuhalten, Zeugenaussagen zu machen", sagte Redmann. Einige Betroffene verweigerten demnach bereits aus Angst vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen ihre Aussage.

Auch in den News:

Brutaler Angriff vor Schule in Frankfurt (Oder)

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Vorfall in Frankfurt (Oder). Dort sollen Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren am vergangenen Mittwoch einen Schüler vor einer Oberschule angegriffen haben. Die Angreifer:innen sollen auf ihr Opfer eingeschlagen und eingetreten haben – auch gegen den Kopf, als der Schüler bereits am Boden lag.

Nach Polizeiangaben haben die beteiligten Kinder und Jugendlichen die deutsche, polnische, russische und syrische Nationalität. Auch in Potsdam kam es zuletzt zu mehreren Angriffen durch Jugendgruppen. Um die Vorfälle aufzuklären, wurde eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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