Krieg in der Ukraine
Belarus startet Atomwaffen-Training – Selenskyj schlägt Alarm
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Selenskyj fordert Sanktionen gegen Moskau
Videoclip • 33 Sek • Ab 12
Belarus bereitet Soldat:innen auf den möglichen Einsatz von Atomwaffen vor. Die Ukraine sieht darin eine wachsende Bedrohung durch Russland und seinen Verbündeten Minsk. Präsident Selenskyj warnt vor möglichen neuen Offensiven.
Das Wichtigste in Kürze
Belarus trainiert den möglichen Einsatz von Nuklearwaffen gemeinsam mit Russland.
Selenskyj warnt vor neuen Angriffsplänen aus Belarus heraus.
Der Kreml weist die Vorwürfe zurück und spricht von Eskalation.
Belarus hat eine Ausbildung von Militäreinheiten für den möglichen Einsatz von Atomwaffen angekündigt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Minsk mit. Ziel sei es demnach, die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte für den Umgang mit modernen Waffensystemen und sogenannter Spezialmunition zu erhöhen.
An der Übung beteiligen sich laut Ministerium Einheiten der Raketentruppen und der Luftstreitkräfte. Trainiert würden unter anderem der Transport nuklearer Munition, die Zusammenarbeit mit russischen Streitkräften sowie die Vorbereitung eines möglichen Einsatzes. Auch Fragen der Geheimhaltung und der Koordination über größere Entfernungen stünden im Mittelpunkt der Ausbildung.
Nach Angaben aus Minsk handelt es sich um eine geplante Maßnahme innerhalb des gemeinsamen Unionsstaates mit Russland. Die Regierung betonte zugleich, die Übung richte sich nicht gegen andere Staaten und stelle "keine Bedrohung für die Sicherheit in der Region" dar, wie Euronews berichtet.
Belarus bleibt enger Verbündeter Moskaus
Die Ankündigung kommt in einer ohnehin angespannten Lage. Belarus gilt seit Beginn des russischen Angriffskriegs als einer der wichtigsten Verbündeten Moskaus. Bereits im Februar 2022 hatten russische Truppen das Gebiet des Nachbarlandes genutzt, um ihre Offensive auf Kiew zu starten.
Seitdem wächst in der Ukraine die Sorge, Belarus könnte noch direkter in den Krieg eingreifen. Die aktuelle Atomwaffen-Ausbildung dürfte diese Befürchtungen weiter verstärken.
Im vergangenen Jahr stationierte Russland zudem die nuklearfähige Hyperschallrakete Oreshnik in Belarus. Die Stationierung sorgte bereits damals für erhebliche Spannungen mit dem Westen. Sicherheitsexpert:innen sehen darin dem Bericht zufolge einen weiteren Schritt zur militärischen Verzahnung beider Staaten.
Selenskyj warnt vor neuen Angriffsplänen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte alarmiert auf die Entwicklungen. Erst vergangene Woche ordnete er eine Verstärkung der ukrainischen Nordgrenze zu Belarus an. Russland unternehme neue Versuche, Minsk stärker auf seine Seite zu ziehen, erklärte der Präsident.
Nach Angaben Selenskyjs registrieren die ukrainischen Sicherheitsdienste verstärkte Kontakte zwischen Moskau und dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Ziel sei es, Belarus zu aggressiveren Schritten gegen die Ukraine oder westliche Staaten zu bewegen.
"Insbesondere erwägt Russland Pläne für Operationen in südlicher und nördlicher Richtung vom Territorium Belarus aus – entweder gegen die Richtung Tschernihiw-Kyjiw in der Ukraine oder gegen eines der NATO-Länder", sagte Selenskyj nach einem Treffen mit den Leitern des ukrainischen Generalstabs, des Militärgeheimdienstes, des Auslandsgeheimdienstes und des Geheimdienstes SBU.
Der ukrainische Präsident betonte zudem, Kiew verfüge über konkrete Informationen zu den Gesprächen zwischen Russland und Belarus. Weitere Details nannte er jedoch nicht.
Auch in den News:
Kreml weist Vorwürfe zurück
Moskau reagierte umgehend auf die Aussagen aus Kiew. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete Selenskyjs Warnungen als "Versuch, den Krieg weiter anzuheizen und die Spannungen zu verschärfen".
Russland weist Vorwürfe zurück, Belarus gezielt tiefer in den Krieg hineinziehen zu wollen. Gleichzeitig intensivieren beide Länder jedoch seit Monaten ihre militärische Zusammenarbeit. Dazu gehören gemeinsame Manöver, Waffenstationierungen und Ausbildungsprogramme.
Nukleare Drohkulisse wächst weiter
Die neuen Übungen in Belarus fügen sich laut Euronews in eine Reihe nuklearer Signale aus Moskau ein. Seit Beginn des Krieges greift der russische Präsident Wladimir Putin immer wieder auf atomare Drohgebärden zurück – insbesondere in Phasen militärischer Rückschläge oder verstärkter westlicher Unterstützung für die Ukraine.
Erst in der vergangenen Woche testete Russland erneut die atomwaffenfähige Interkontinentalrakete Sarmat. Der Test erfolgte wenige Monate nach dem Auslaufen des letzten verbliebenen Abrüstungsvertrags zwischen Russland und den Vereinigten Staaten.
Beobachter:innen sehen darin eine weitere Verschärfung der nuklearen Rhetorik zwischen Russland und dem Westen. Die Ausbildung in Belarus dürfte die Sorgen vor einer möglichen Eskalation zusätzlich verstärken.
Verwendete Quellen:
Euronews.: "Atomwaffen-Training in Belarus: Selenskyj warnt vor neuer Gefahr"
Nachrichtenagentur dpa
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