Existenzgrundlage entzogen
Ist es Apple? Verlust eines Großkunden zwingt Varta zur Fabrik-Schließung in Nördlingen
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen?
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Beim Batteriehersteller Varta springt ein Großkunde ab. Ein Werk in Nördlingen in Bayern muss schließen, rund 350 Jobs sind weg. Wie es nun weitergeht.
Der Batteriehersteller Varta schließt zum Herbst seine Fabrik im bayerischen Nördlingen. Ein großer Kunde, der für fast 100-prozentige Auslastung des Standortes gesorgt habe, kaufe künftig keine Knopfbatterien von Varta mehr, sagte ein Unternehmenssprecher.
Damit sei dem Werk die Existenzgrundlage entzogen. Rund 350 Menschen verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Auch in den News:
Für die Mitarbeiter:innen sollen "sozialverträgliche Lösungen" gefunden werden
Die Entscheidung zur Schließung sei Beschäftigten und Betriebsrat am Dienstagmorgen (19. Mai) mitgeteilt worden. Man bemühe sich nun um "sozialverträgliche Lösungen" und auch darum, einzelne Mitarbeiter:innen an anderen Standorten zu übernehmen.
Die Gespräche seien aber noch ganz am Anfang. Man habe zwar in den vergangenen Monaten neue Kund:innen gewinnen können. "Doch damit lässt sich die Produktion in Nördlingen nicht ansatzweise auslasten", sagte Unternehmenschef Michael Ostermann der "Wirtschaftswoche".
Dem Vernehmen nach will der Großkunde, der sich nun zurückzieht, seine Batterien der neuen Generation künftig aus China beziehen. Dass es sich bei dem Kunden laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und der "Augsburger Allgemeinen" um Apple handelt, wollte der Varta-Sprecher nicht kommentieren. Laut FAZ, die sich auf das Umfeld von Varta bezieht, sei der Preis für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen, "in der Qualität sei das schwäbische Unternehmen auf Augenhöhe und besser gewesen".
Varta mit Sitz im schwäbischen Ellwangen war zuletzt in schwieriges Fahrwasser geraten. Um die Pleite zu verhindern, hatte das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet. Dieses soll kriselnden Unternehmen ein Insolvenzverfahren ersparen. In diesem Zuge wurden auch die Altaktionär:innen aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April vergangenen Jahres mitgeteilt.
2024 schrieb Varta erneut rote Zahlen. Allerdings fiel der Verlust mit einem Minus von 64,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus.
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Rund 1,8 Mrd. Dollar schwer
"Schmiergeld" für Trump-Verbündete: Ärger um Entschädigungsfonds

Badehose und Sonnenhut
30-Grad-Marke: An diesen Orten wird es zu Pfingsten besonders warm

Konflikt im Nahen Osten
Donald Trump will geplanten Militärschlag gegen Iran gestoppt haben

Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Suche nach Baby aus Duisburger Klinik: Junge in "Lebensgefahr"

:newstime-Interview
Infektiologe zu Ebola-Viren: "Sterblichkeit generell sehr hoch"

Unfälle in Bayern
Lkw-Unfall: A9 bei Ingolstadt gesperrt




