Börsenrelevante News
100.000 Dollar für Trump-Posts: Truth Social bringt Teuer-Abo an den Start
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Trump verkauft Zeit für viel Geld
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Die Social-Media-Plattform Truth Social von Donald Trump bietet Börsenhändler:innen einen kostenpflichtigen Frühzugang zu den Posts des US-Präsidenten an – für bis zu 100.000 Dollar monatlich.
Das Wichtigste in Kürze
Donald Trump hat ein neues Geschäftsmodell entdeckt.
Zahlenden Abonnenten werden seine Posts auf seiner eigenen Plattform Truth Social früher angezeigt - was Investor:innen hohe Gewinne einbringen kann.
Die Preise für das Monatsabo haben es allerdings in sich.
Trumps Premium-Abo auf Truth Social startet
Es klingt wie ein Geschäftsmodell aus einer Satire – ist aber real: Donald Trumps Social-Media-Unternehmen Trump Media & Technology Group (TMTG) bietet Börsenhändler:innen und Investor:innen einen kostenpflichtigen Frühzugang zu den Posts des US-Präsidenten auf der Plattform Truth Social an. Der Abopreis liegt bei stolzen 100.000 Dollar pro Monat. Für Firmen, die gleich einen Dreijahresvertrag abschließen, wird es etwas günstiger sein: Dann werden nur 60.000 Dollar monatlich fällig.
Seit 1. August ist der kostenpflichtige Daten-Feed namens "Truth API" offiziell am Start, wie "Spiegel Online" berichtet. Darüber sollen Banken und Handelsfirmen über Beiträge der zehn einflussreichsten Nutzer:innen auf der Plattform schneller informiert werden als andere Leser:innen. Zu diesen Konten gehören laut Reuters neben dem des Präsidenten auch die seiner Söhne Donald Trump Jr. und Eric Trump sowie bekannter Unterstützer.
Auch in den News:
Millisekunden-Vorsprung kann Hunderttausende Dollar bedeuten
Der Hintergrund des Angebots ist eindeutig: Trumps Beiträge auf Truth Social haben in der Vergangenheit die globalen Finanzmärkte erheblich beeinflusst. Ein Vorsprung von nur wenigen Millisekunden kann bei großen Transaktionen laut Reuters-Insidern Gewinne von Hunderttausenden Dollar bedeuten.
Ein Beispiel: Am 9. April 2025 stiegen die wichtigsten Indizes an der Wall Street deutlich, nachdem Trump in einem Truth-Social-Beitrag eine 90-tägige Aussetzung vieler seiner neuen Zölle angekündigt hatte. Wer diesen Post Sekunden vor der breiten Öffentlichkeit lesen konnte, hätte enorme Gewinne einfahren können.
"Zutiefst unethisch": Scharfe Kritik an Trumps Geschäftsmodell
Bei den US-Demokrat:innen stieß das Angebot auf heftige Ablehnung. Der demokratische Senator Ron Wyden erklärte schon beim ersten Bekanntwerden der Pläne vor und zwei Wochen, das Angebot werde die Familie Trump finanziell begünstigen und Investor:innen an der Wall Street reich machen. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sprach von einem "ungeheuerlichen Plan, um von der Präsidentschaft zu profitieren".
Donald Sherman, Präsident der überparteilichen Beobachtergruppe Citizens for Responsibility and Ethics in Washington, nannte die Pläne laut Reuters "zutiefst unethisch". Es sei jedoch anhand der öffentlich zugänglichen Informationen schwer zu beurteilen, ob sie illegal seien. Verfassungsrechtliche Anti-Korruptions-Klauseln griffen in diesem Fall voraussichtlich nicht. Auch Regeln zum Insiderhandel seien nicht einschlägig, wenn potenziell Hunderte oder Tausende Personen gleichzeitig früheren Zugang erhielten.
Trump sen. profitiert von Einnahmen
Kritiker:innen werfen Trump und seiner Familie vor, sich durch politische Entscheidungen seiner Regierung bereichern zu wollen. In seiner jüngsten Offenlegung der Finanzen meldete Trump laut Reuters für das vergangene Jahr Einnahmen von mehr als 1,4 Milliarden Dollar aus den Krypto-Geschäften seiner Familie – nachdem diese von Richtlinien profitiert hatten, die er selbst angekündigt hatte.
Der Donald J. Trump Revocable Trust, der Trumps Investments verwaltet, hält laut Börsenunterlagen etwa 41 Prozent der TMTG-Aktien. Obwohl das Firmenimperium von Trumps Kindern beaufsichtigt wird, ist der Präsident der Begünstigte der Einnahmen, die in diesen Trust fließen.
Die mit Abstand wichtigste Figur auf Trumps Truth Social ist Trump selbst. Fast 13 Millionen Follower:innen hat der US-Präsident auf seiner Plattform. Seine dortigen Ankündigungen, Meinungsäußerungen und mitunter auch wüsten Beschimpfungen sorgen weltweit regelmäßig für Wirbel und Schlagzeilen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Spiegel Online: "Trump startet extrem teuren Premiumzugang zu seinen Social-Posts"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Große regionale Unterschiede
Diese Stadt und diese Bundesländer haben die meisten Feiertage

Badeurlauber aufgepasst
Warnung an Frankreichs Stränden vor gefährlichen Tieren

49 Euro sind Geschichte
Wird das Deutschlandticket teurer? Das kostet das Abo 2027

Fuß vom Gas
Blitzermarathon startet: Diese Bundesländer machen nicht mit

ADAC
Blitzermarathon im August: An diesen Tagen werden Raser gejagt

Versprechen auf dem Prüfstand
Verbraucherzentrale prüft Preise der Bahn: Wann Tickets billig sind



