Kontroverse Investorenpläne
"Wurden hintergangen": FIFA-Direktor rechnet mit Infantino ab
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Droht Infantino jetzt der WM-Boykott?
Videoclip • 01:55 Min • Ab 12
Die Investorenpläne der FIFA schlagen weiter hohe Wellen. Nun schießt der Betriebsdirektor des Verbandes, Kevin Lamour, scharf gegen FIFA-Boss Gianni Infantino.
Das Wichtigste in Kürze
FIFA-Betriebsdirektor Kevin Lamour stellt sich gegen seinen Boss Gianni Infantino.
Lamour wirft Infantino vor Mitarbeiter hintergangen und eingeschüchtert zu haben.
Eine Mehrheit für Infantinos geplanten Investorendeal scheint derweil mehr als fraglich.
Ein weiterer hochrangiger FIFA-Mitarbeiter hat wegen der Investorenpläne schwere Vorwürfe gegen Gianni Infantino erhoben, den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes. Betriebsdirektor Kevin Lamour warf Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Sie hätten Besseres verdient als Missachtung und Einschüchterung, hieß es in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt.
Zuvor war Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater Infantinos, aus Protest gegen das Vorhaben zurückgetreten. Er hatte dies ebenfalls mit scharfer Kritik verbunden. Auch er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein.
Lamour: "Es ist das Projekt einer Person"
"Es ist das Projekt einer Person", schrieb Lamour und forderte indirekt Konsequenzen. "Nicht nur darf dieses Projekt nicht weitergehen. Aber die Zeit ist nun gekommen, dass sich die politischen Entscheidungsträger im Fußball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen."
Lamour erklärte zwar nicht den Rücktritt von seinem Amt, das er seit dem 1. November 2024 ausübt, und begründete dies mit der Verpflichtung gegenüber seinen Kollegen. Der Franzose, der auch Schweizer Staatsbürger ist, stellte aber klar: "Falls das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann ist es so. Ich werde diese Entscheidung verstehen und respektieren. Zumindest werde ich nachts ruhig schlafen."
Auch in den News:
Mehrheit für Pläne scheint inzwischen fraglich
Seit dem Bekanntwerden der FIFA-Pläne hat sich massiver Widerstand dagegen formiert. Die Europäische Fußball-Union droht sogar damit, dass ihre 55 Mitgliedsverbände nicht mehr bei FIFA-Wettbewerben wie Weltmeisterschaften antreten.
Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM gebündelt.
Die FIFA würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und alle Fragen des Regelwerks. Derzeit ist allerdings fraglich, ob sich eine Mehrheit der weltweit 211 Verbände für die Pläne aussprechen würde.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier neueste Folge ansehen
Mehr entdecken

Reisewarnungen
West-Nil-Virus in Südeuropa: Darauf sollten Urlauber jetzt achten

Seekabel-Baustelle
Bedeutsamer Fund: Schiffswrack an Norderneyer Strand aufgetaucht

Sicherheitsvorfall
Nicht nur OpenAI: Auch Anthropic-KI startet selbständig Hacker-Angriff

106 Reisende an Bord
Blitz schlägt in Eurowings-Flieger ein - Maschine kehrt um

Nordafrika
Chaos in Ceuta: Spaniens Regierungschef spricht von "Angriff"

Salami-Rückruf
Bakterien in Salami entdeckt: Lidl-Produkt wird zurückgerufen

