Wohl auch Trump involviert
Milliardendeal: FIFA plant Verkauf von WM-Rechten an private Investoren
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von Benedikt RammerFIFA-Boss Gianni Infantino will Anteile an WM-Turnieren an private Investoren verkaufen.
Bild: picture alliance / Photoshot
FIFA-Boss Infantino will Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren verkaufen. Im Zuge dessen soll ein neues Unternehmen gegründet werden, welches künftige Turniere organisieren soll.
Das Wichtigste in Kürze
Fifa-Präsident Gianni Infantino plant, die Fußball-Weltmeisterschaft zu privatisieren und Anteile am größten Turnier der Welt zu verkaufen.
Laut einem Medienbericht sähe der Plan vor, dass eine Firma gegründet wird, die sowohl die WM als auch die Klub-WM kontrolliert.
Scharfe Kritik daran übt die Europäische Fußball-Union (UEFA).
Die neuesten Pläne der FIFA wühlen den Weltfußball auf: Es geht um einen Milliarden-Deal für die Rechte an FIFA-Turnieren. Der Weltverband will einen Teil der kommerziellen Rechte an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen, wie er mitteilte. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.
Die Europäische Fußball-Union reagierte mit scharfer Kritik auf erste Medienberichte über das Vorhaben, das wenig später von der FIFA bestätigt wurde. "Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften", teilte der Dachverband mit. Die UEFA nehme die Sache sehr ernst.
"Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware – erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fußballs. Er steht der FIFA nicht zum Verkauf", hieß es in dem UEFA-Statement weiter.
FIFA-Tochterunternehmen FFE soll Rechte für Turniere bündeln
Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM gebündelt. Einem Bericht der "Times" zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen.
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Die FIFA würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und alle Fragen des Regelwerks. Alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände sollen ebenfalls kleinere Anteile an dem Unternehmen erhalten, die entweder behalten oder verkauft werden könnten. Innerhalb der kommenden vier Jahre will die FIFA auch mit Hilfe der zusätzlichen Einnahmen zehn Milliarden Dollar in die weltweite Entwicklung des Fußballs investieren, wie es in der Mitteilung hieß.
Auch in den News:
Welche Rolle spielt Donald Trump?
Zu den Plänen seien auch Personen aus dem Umfeld der US-Regierung von Donald Trump einbezogen worden, hieß es in dem "Times"-Artikel unter Berufung auf mehrere mit dem möglichen Deal vertraute Quellen. Die Investitionspläne würden bereits seit mehreren Monaten vorbereitet und müssten noch genehmigt werden, hieß es in der "Financial Times". Nach Angaben der Zeitung führe Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, Gespräche darüber, den Einstieg über seinen Fonds Thrive Eternal anzuführen.
Ein FIFA-Sprecher bestätigte, dass erwartet wird, dass Thrive die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen werde. Die FIFA arbeitet nach Angaben des Sprechers bei ihren Plänen mit der Investmentbank JPMorgan zusammen.
Infantino als FFE-Boss?
Ein solcher Deal könnte auch Auswirkungen auf Infantinos Aufgaben bei der FIFA haben: Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte der 56-Jährige nach dem Ende seiner bis 2031 erwarteten letzten Amtszeit als FIFA-Präsident das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten. Es sei aber noch nie darüber gesprochen worden, ob Infantino nach Ablauf seiner letzten Amtszeit ein solches Amt übernehme, sagte ein FIFA-Sprecher.
Der FIFA-Präsident und die FIFA-Verwaltung müssten jedoch - sofern es genehmigt wird - führende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gemäß den Statuten des Weltverbandes die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft zu behalten.
Ähnliche Pläne hatte Infantino schon im Jahr 2018 verfolgt, als er für die Club-WM und eine weltweite Nations League einen Milliarden-Deal unter Beteiligung saudi-arabischer Investoren anstrebte. Dieses Geschäft erhielt innerhalb der FIFA aber keine ausreichende Unterstützung und kam daher nicht zustande.
Verwendete Quellen:
The Times: "World Cup for sale: Gianni Infantino’s plan to sell stakes in tournament"
FIFA-Mitteilung: "FIFA intends to expand football development funding to over USD 10 billion subject to approval by FIFA Member AssociationsW
Nachrichtenagentur dpa
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