Nordafrika

60.000 Migranten in Ceuta: Spaniens Regierungschef spricht von "Angriff"

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Migranten-Chaos in Spanien-Exklave Ceuta

Videoclip • 33 Sek • Ab 12


Rund 60.000 Migrant:innen sind in kürzester Zeit in die spanische Exklave Ceuta gekommen. Spaniens Ministerpräsident spricht von einem "Angriff", Kanzler Merz richtet sich an dessen Regierung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Innerhalb von wenigen Tagen haben örtlichen Behörden zufolge etwa 60.000 Migrant:innen die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika erreicht.

  • Spanien setzt die Armee ein, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

  • Der spanische Ministerpräsident Sánchez spricht von einer "Verletzung der territorialen Integrität" – auch Kanzler Merz äußert sich.

In den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla spitzt sich die Lage zu. Nach Schätzungen der Behörden könnten innerhalb weniger Tage rund 60.000 Menschen überwiegend schwimmend nach Ceuta gelangt sein. Dies berichten spanische Medien übereinstimmend unter Berufung auf Regionalpräsident Juan Jesús Vivas. Jüngsten staatlichen Angaben zufolge kamen im Meer mindestens 28 Menschen ums Leben.

Für Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez ist der Andrang Zehntausender Migrant:innen ein "Angriff" und eine "Verletzung der territorialen Integrität Spaniens". Sánchez kündigte bei einem Besuch an der Meerenge von Gibraltar die Installation von Schwimmbojen als "physische Sperre" an. Sie sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta zum Einsatz kommen. "Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt", so der Regierungschef, der auch die Kooperation mit Marokko unterstrich.

Auch in den News:

Merz: "Marokko soll Migranten zurücknehmen"

Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Sánchez' Regierung unterdessen aufgerufen, die Situation schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. "Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration", so der CDU-Politiker. "Von Marokko erwarten wir, dass sie die illegalen Migranten unverzüglich wieder zurücknehmen."

Ein hartes Vorgehen fordert unterdessen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Wir können niemandem erlauben, in unsere Union zu kommen, ohne sich an unsere Regeln zu halten", schrieb die deutsche Politikerin auf der Plattform X.

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In der Nacht schliefen sie auf der Straße

In der Nacht auf Freitag (31. Juli) übernachteten hunderte junge Migrant:innen auf den Straßen, viele von ihnen kaum bekleidet. Auch am Freitagmorgen kamen einem Bericht der Zeitung "El País" zufolge weiter hunderte Menschen über die Grenze.

Auch in der 250 Kilometer westlich gelegenen Exklave Melilla überwanden kürzlich etwa 400 Migrant:innen die Grenze – über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt.

EU-Angebot: Kommt Frontex zum Einsatz?

Die dramatischen Szenen wecken Erinnerungen an Mai 2021, als innerhalb von 36 Stunden mehr als 8.000 Menschen von Marokko aus in die Exklave Ceuta gestürmt waren. Obwohl Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta und Melilla, die beide von Marokko beansprucht werden. In der Nähe beider Gebiete warten oft tausende Menschen – vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara – auf eine Gelegenheit, in das zur EU gehörende Gebiet zu kommen.

Die EU bot Spanien Unterstützung an. Migrationskommissar Magnus Brunner habe die Bereitschaft der EU zum Ausdruck gebracht, Spanien unter anderem über Frontex verstärkt zu unterstützen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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