Trockenheit und Gewässer

Warum jetzt vielerorts kein Wasser aus Bächen geholt werden darf

Aktualisiert:

von Claudia Scheele

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Wasserverbote in über 80 Kommunen

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Trockenheit lässt Bäche, Flüsse und Teiche kippen. Darum verbieten immer mehr Behörden die Wasserentnahme – und Verstöße können teuer werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen Hitze und Trockenheit verbieten immer mehr Landkreise die Wasserentnahme aus Bächen, Flüssen, Seen und Teichen.

  • Der Hauptgrund ist der Schutz der Gewässer, weil niedrige Wasserstände, hohe Temperaturen und Sauerstoffmangel Fische und andere Tiere bedrohen.

  • Wer trotz Verbot Wasser entnimmt, muss je nach Region mit hohen Bußgeldern rechnen.

In vielen Regionen Deutschlands sinken wegen Hitze und Trockenheit die Wasserstände in Bächen, Flüssen und Teichen immer weiter. Im Kreis Mainz-Bingen sind nach Angaben der Kreisverwaltung bereits erste Bäche und Weiher ausgetrocknet. Deshalb hat die Behörde die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern untersagt. Dazu zählen nicht nur Flüsse und Bäche, sondern auch Gräben, Seen und Teiche.

Das Verbot gilt dort sogar für kleine Mengen mit Eimern oder Gießkannen und soll voraussichtlich bis Ende September bestehen. Auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm warnt vor Entnahmen mit Pumpen, Schläuchen oder Rohrleitungen ohne wasserrechtliche Erlaubnis. "Auch unsere Gewässer leiden", teilte die Kreisverwaltung laut Deutschen Presse-Agentur mit.


Warum selbst kleine Entnahmen zum Problem werden

Der Grund für die Verbote ist nicht nur der niedrige Pegelstand. Wenn wenig Wasser in einem Gewässer bleibt, steigen die Temperaturen schneller und der Sauerstoffgehalt sinkt. Genau das kann für Tiere lebensgefährlich werden. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm warnt, dass dies für heimische Fischarten wie Bachforelle, Äsche und Mühlkoppe sogar zu Massensterben führen könne.

Gerade in Trockenphasen fielen laut Behörden immer wieder auch illegale Wasserentnahmen durch Uferanlieger:innen auf. Für viele Menschen wirkt es harmlos, kurz Wasser für den Garten oder Kübelpflanzen aus einem Bach zu holen. In der Summe kann das aber das ökologische Gleichgewicht weiter verschärfen – vor allem dann, wenn Gewässer ohnehin schon an ihre Grenzen geraten.

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In vielen Regionen gelten längst Einschränkungen

Das Problem ist längst kein Einzelfall mehr. Nach Angaben von "t-online" haben bereits mehr als 80 Landkreise, Städte und Wasserversorger Wasserentnahmeverbote verhängt, Bewässerungsauflagen erlassen oder zum Sparen aufgerufen. Ein bundesweites Verbot gibt es zwar nicht. Stattdessen entscheiden Kommunen und Kreise per Allgemeinverfügung, was noch erlaubt ist und was nicht.

Je nach Region gehen die Regeln unterschiedlich weit. Oft ist das Abpumpen aus Bächen und Seen verboten, teils auch die Bewässerung von Gärten zu bestimmten Tageszeiten oder das Befüllen privater Pools. In manchen Gebieten ist sogar die Nutzung von Wasser aus privaten Brunnen eingeschränkt. Ausnahmen gelten teilweise für das Tränken von Vieh, für Handgefäße oder für besonders sparsame Bewässerungssysteme.

Wer wissen will, was vor Ort gilt, sollte deshalb unbedingt bei der eigenen Kommune oder der Unteren Wasserbehörde nachsehen. Wer sich nicht daran hält, riskiert Bußgelder. Laut "t-online" können diese je nach Region bis zu 100.000 Euro betragen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

t-online: "80 Kommunen verhängen Verbote für Garten und Pool"

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