Gestrandet an Ostseeküste
Buckelwal steckt weiter in Lübecker Bucht fest – Schaulustige behindern Rettung
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Wal an Lübecker Küste gestrandet (23. März)
Videoclip • 01:13 Min • Ab 12
Gelingt doch noch die Rettung? Bei Timmendorfer Strand an der Ostseeküste steckt ein Großwal fest – trotz des Einsatzes von Polizei-Booten und Feuerwehr-Drohnen.
Kann der Großwal, der vor der Lübecker Bucht an der Ostsee gestrandet ist, gerettet werden? Nach wie vor liegt das Tier im flachen Wasser vor dem Ortsteil Niendorf der Gemeinde Timmendorfer Strand.
Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte Carsten Mannheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd, dass es dem Wal unverändert gehe. Das Tier, laut Sea Shepherd ein männlicher Buckelwal, atme und gebe Geräusche von sich, ab und an hebe es den Kopf.
Laut Mannheimer wollen Expert:innen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum, der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie Einsatzkräfte am Dienstagvormittag (24. März) beraten, wie die Rettungsaktionen weiter gestaltet werden sollen. Nach wie vor sitzt der Wal auf einer Sandbank fest. Versuche, den Wal in tieferes Wasser zu bugsieren, blieben von Montagmittag (23. März) bis in die Nacht hinein erfolglos. Dabei wurden auch Polizei-Boote, Schlauchboote sowie Feuerwehr-Drohnen eingesetzt.
Polizei-Angaben vom Dienstagmorgen (24. März) zufolge hat das Hochwasser gegen Mitternacht nicht dafür gesorgt, dass sich der Wal aus eigener Kraft freischwimmen konnte. Erstmals wurde das Tier laut Polizei in der Nacht auf Montag im Wasser vor Niendorf gesichtet.
Unklar bleibt, wieso der Wal in der Lübecker Bucht gestrandet ist. ITAW-Expertin Stephanie Groß erklärte, er könne verletzt oder krank sein, möglicherweise auch einfach erschöpft. Auch versehentlich könnte er in den Flachwasserbereich gelangt sein.
Die Nachricht vom gestrandeten Wal lockt auch viele Schaulustige an. Allerdings blieb es teilweise nicht beim einfachen Zuschauen aus der Ferne. Die Rettungsmaßnahmen sind nach Angaben des Bürgermeisters Sven Partheil-Böhnke vereinzelt behindert worden. Er forderte Schaulustige auf, die Maßnahmen rund um das gestrandete Tier nicht zu stören.
Menschen haben demnach beispielsweise am Montag versucht, sich dem Tier mit Ruder- und Schlauchbooten zu nähern oder Absperrungen zu umgehen. Ihnen sei offenbar egal, was das mit dem Wal mache, kritisierte Partheil-Böhnke. Er verurteilte die Aktionen und appellierte an die Öffentlichkeit, das Tier in Ruhe zu lassen. Solche Annäherungsversuche versetzten den Wal in Panik und erschwerten die ohnehin komplexen Rettungsmaßnahmen.
Wal wurde wohl bereits mehrfach gesehen
Ein Polizeisprecher hatte bereits am Montagvormittag mitgeteilt, man wolle mit allen möglichen Mitteln versuchen, das Tier an einen Ort zu bringen, wo es wieder schwimmen könne. Doch "das gestaltet sich natürlich schwierig".
Schon seit einiger Zeit wurden Walsichtungen an der Ostsee gemeldet, erstmals Anfang des Monats im Wismarer Hafen. Damals hatte sich der Wal in einem Netz verfangen, Einsatzkräfte halfen, ihn weitgehend davon zu befreien. Laut Polizei wird davon ausgegangen, dass es sich um das gleiche Tier handelt. Weitere Netzreste wurden vergangenen Freitag (20. März) vor Travemünde von Sea Sheperd entfernt, wie die Organisation mitgeteilt hatte.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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