Tierseuche
Vogelgrippe: Mehr als zwei Millionen Tiere wegen der Geflügelpest getötet
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von dpaWegen eines Vogelgrippe-Verdachts werden 6.500 Gänse getötet.
Bild: Robert Michael/dpa
Die Vogelgrippe ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Nun muss ein Gänsezucht-Betrieb rund 6.500 Tiere keulen. Welche Maßnahmen er von der Politik fordert und was der Ausbruch für den Weihnachtsgans-Verkauf heißt.
Das Wichtigste in Kürze
Die Vogelgrippe fordert in Deutschland weitere Opfer
Nun muss ein Betrieb in Leipzig aufgrund eines Verdachts tausende Gänse töten
Wegen der Tierseuche wurden bereits mehrere Millionen Vögel getötet
In einem Gänsezucht-Betrieb in Landkreis Leipzig müssen wegen der Geflügelpest rund 6.500 Tiere getötet werden. Die sächsische Landesuntersuchungsanstalt habe den Vogelgrippe-Verdachtsfall bestätigt, teilte das Landratsamt in Borna mit. Die Zuchtgänse würden gekeult, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Weitere Betriebe unter Überwachung
Betroffen ist eine Anlage von Sachsens größtem Gänsezüchter Lorenz Eskildsen. Er kritisiert, dass der bisherige Umgang mit der Vogelgrippe nicht ausreicht und spricht sich vehement für die Impfung von Tieren aus.
Zwei weitere Betriebe an dem Standort im Grimmaer Ortsteil Mutzschen werden laut Landratsamt derzeit überwacht. Sie werden räumlich getrennt von der betroffenen Zuchtanlage geführt, deswegen gelten sie als seuchenhygienisch unabhängig. Insgesamt halte er am Standort 11.000 Zuchtgänse, sagte Eskildsen. Er betreibt noch eine zweite große Gänsefarm in Königswartha in der Lausitz.
Weihnachtsgans-Verkauf geht weiter
Der zum Betrieb gehörende Gänsemarkt könne geöffnet bleiben, teilte das Landratsamt mit. Die Weihnachtsgänse, die dort verkauft würden, stammten aus anderen Standorten. Von dem Vogelgrippe-Verdacht seien ausschließlich Zuchtgänse betroffen.
Die sächsische Landesuntersuchungsanstalt habe den Verdachtsfall bestätigt. Am Abend wurde der Verdachtsfall auch durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, wie der Landkreis mitteilte. In einem Radius von zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb wurde eine Stallpflicht für Geflügel verhängt.
Mehr als zwei Millionen Tiere getötet
Nach Angaben des Landkreises hat es seit Anfang Oktober deutschlandweit 171 Vogelgrippe-Ausbrüche in Geflügelhaltungen gegeben. Es wurden bereits mehr als zwei Millionen Tiere deswegen getötet.
Eskildsen hält dies nicht mehr für tragbar. "Wir können nicht mehr so mit den Tieren umgehen. Das geht einfach nicht", sagte er. Eine Impfung senke die Viruslast und damit auch das Risiko der Übertragung um 90 Prozent.
Gänsezüchter: "Wir haben 20 Jahre gelitten"
Bund und Länder müssten den Weg für Impfungen freimachen. "Ich beharre darauf und will impfen", sagte der Gänsezüchter. Zwar sei das ein großer Aufwand, aber gerade Zuchtgänse, die mehrere Jahre lebten, eigneten sich für diese Maßnahme.
Eskildsen erinnerte daran, dass er vor 20 Jahren den ersten großen Vogelgrippe-Ausbruch in seinem Unternehmen hatte. "Wir haben 20 Jahre gelitten und wollen, dass jetzt was getan wird."
Zoo tötet Pelikane, weitere Vögel gefährdet
Unterdessen kämpft auch der Zoo Leipzig gegen einen Vogelgrippe-Ausbruch. Nach dem Tod von zwei infizierten Krauskopfpelikanen habe das Veterinäramt am Freitag (12. Dezember) die Tötung von sieben verbliebenen Artgenossen angeordnet, teilte der Zoo mit. Es werde versucht, die rund 350 weiteren Vögel im Zoo zu schützen. Die Tiere seien in Ställen untergebracht worden. Besucher:innen müssten an den Ein- und Ausgängen über Desinfektionsmatten laufen.
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