Griechische Insel

Tragödie vor Chios: 15 Tote nach Kollision zwischen Küstenwache und Migrantenboot

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

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Tote bei Bootsunglück vor Griechenland

Videoclip • 25 Sek • Ab 12


Schweres Unglück vor einer griechischen Insel: Zwischen einem Boot der Küstenwache und einem Migrantenboot vor Chios kam es zu einer Kollision. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor der griechischen Insel Chios kam es zu einer tödlichen Kollision zwischen einem Boot der Küstenwache und einem Migrantenboot mit mindestens 15 Todesopfern.

  • Zahlreiche Menschen, darunter Kinder, wurden verletzt, während Rettungskräfte stundenlang nach Überlebenden suchten.

  • Der Vorfall verdeutlicht erneut die Gefahren der Fluchtrouten über die Ägäis und wirft Fragen zum genauen Hergang auf.

Bei einer Kollision zwischen einem Boot der griechischen Küstenwache und einem mit Migrant:innen besetzten Boot vor der Insel Chios sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des stellvertretenden Regionalgouverneurs Pantelis Vroulis handelt es sich bei allen Todesopfern um Migrant:innen.

Laut dem griechischen Rundfunksender ERTNews wurden 25 Verletzte ins Krankenhaus der Insel gebracht, darunter elf Kinder und zwei Beamt:innen der Küstenwache. Nach anderen Berichten wurden 24 Menschen teils schwer verletzt.


Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sich Dutzende Geflüchtete an Bord eines Bootes, das aus der Türkei kommend in Richtung der Küste von Chios unterwegs war. Eine Patrouille der griechischen Küstenwache entdeckte das Boot und verlangte eine Kursänderung.

Laut Küstenwache sei der Steuermann des Schnellboots den Licht- und Lautsprechersignalen zum sofortigen Stoppen nicht nachgekommen. In der Folge sei das Schnellboot mit der rechten Seite des Patrouillenbootes kollidiert. Durch die Wucht des Aufpralls kenterte das Schnellboot, wodurch alle Insass:innen ins Meer stürzten.

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Groß angelegte Rettungsaktion

Im Hafen von Chios herrschte die ganze Nacht große Aufregung. Verletzte wurden fortlaufend in das örtliche Krankenhaus transportiert. Die Küstenwache leitete gemeinsam mit der griechischen Luftwaffe eine Such- und Rettungsaktion ein, wobei auch ein Hubschrauber mit Wärmebildtechnik zum Einsatz kam, da weitere Menschen im Wasser vermutet wurden.

Die Verletzungen der geretteten Migrant:innen – darunter Leber- und Nierenrisse sowie schwere Schädelverletzungen – stützen nach Angaben des Direktors des Krankenhauses von Chios, Christos Tsiachris, die Version einer heftigen Kollision.

Schleuserbanden in der Ägäis noch immer aktiv

Schleuser:innen bringen regelmäßig Geflüchtete aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten im vergangenen Jahr rund 42.000 Migrant:innen über den Seeweg die griechischen Inseln sowie Kreta und damit die EU. Im östlichen Mittelmeer registrierte das UNHCR im Vorjahr 107 Todesopfer, wobei Offiziere der griechischen Küstenwache von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgehen.

Seit Jahresbeginn sind laut Angaben knapp 1.000 Migrant:innen aus der Türkei zu diesen Inseln übergesetzt.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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