Milliardenschwere Investitionen geplant
Infineon-Aktie boomt: Unternehmen dank Nachfrage im KI-Sektor im Umsatzplus
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von Jana WejkumInfineon hat ein erfolgreiches Quartal hinter sich. (Symbolbild)
Bild: Peter Kneffel/dpa
Der Aktienkurs des Halbleiterunternehmens hebt ab: Infineon geht es besser als erwartet. Auf was der Konzern aus Neubiberg in Zukunft setzt.
Das Wichtigste in Kürze
Infineon konnte im letzten Quartal seinen Umsatz um sieben Prozent im Jahresvergleich verbessern.
Treiber der Entwicklung ist die hohe Nachfrage im KI-Sektor, die Automobilbranche und der ungünstige Dollarkurs sind hingegen belastend.
Infineon will in Zukunft stark in die Produktion für KI investieren und eröffnet im Sommer eine neue Fabrik in Dresden.
Der KI-Boom gibt Rückenwind, der Dollar bremst: So lässt sich das vergangene Geschäftsquartal des bayerischen Halbleiterherstellers Infineon zusammenfassen. Trotz eines eher verhaltenen Markts konnte das Unternehmen Umsatz- und Gewinnsteigerungen einfahren.
Die Investor:innen quittierten die guten Nachrichten mit hoher Nachfrage: Wie das "Handelsblatt" berichtet, entwickelte sich der Aktienkurs in den vergangenen Wochen positiv. Der Wert der Infineon-Aktie stieg seit Anfang November um rund 20 Prozent – deutlich stärker als der Leitindex Dax, in dem der Konzern gelistet ist.
Erfolgsrezept KI-Nachfrage
Die Zahlen sehen gut aus für Infineon: Unter dem Strich verdiente der Halbleiterhersteller im letzten Quartal ab Oktober 256 Millionen Euro – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze legten mit sieben Prozent noch stärker zu und kletterten auf 3,66 Milliarden Euro.
Grund für die Entwicklung ist laut Konzernchef Jochen Hanebeck die "sehr dynamische Nachfrage bei KI". Auch die Erholung der Automobilsparte, des größten Unternehmensbereichs, wirkte sich positiv aus. Eine Belastung war hingegen der schwache US-Dollarkurs. Nach Einschätzung von Hanebeck wäre ohne dessen Negativeinfluss der Umsatz doppelt so stark gestiegen.
Infineon will KI-Kapazitäten ausbauen
Das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz weiter auszubauen, ist das Ziel des Konzerns. Im laufenden Geschäftsjahr machen KI-Produkte 1,5 Milliarden Euro Umsatz, 2027 soll es eine Milliarde mehr sein. Dafür will Infineon laut "Handelsblatt" schon 2026 2,7 Milliarden investieren, eine halbe Milliarde mehr als ursprünglich geplant.
Ein wichtiger Baustein: die Fertigungskapazitäten hochfahren, um die Nachfrage bedienen zu können. Ein großer Teil der Investitionen entfällt laut Hanebeck "auf einen schnelleren Hochlauf unserer neuen Smart Power Fab in Dresden, die wir bereits im Sommer eröffnen – genau zum richtigen Zeitpunkt!".
Konzern übernimmt Teile der Konkurrenz
Eine weitere strategische Entscheidung Infineons dürfte das Wachstum vorantreiben: Am Dienstag (3. Februar) wurde bekannt, dass Geschäftsteile des Mitbewerbers AMS Osram für 570 Millionen Euro an Infineon gehen. Nach Informationen des "Handelsblatts" handelt es sich dabei um die Fertigung von Sensoren, die einen jährlichen Umsatz von 230 Millionen Euro bescheren soll.
Automobilbranche und Dollarkurs bremsen Aussichten
Rund die Hälfte seines Geschäfts macht Infineon mit der Autosparte. Der strauchelnde Markt für Elektroautos sorgt dafür, dass der Konzern im laufenden Jahr nur moderat steigende Umsätze erwartet. Deutlich schneller wird Prognosen zufolge der Bereich Power & Sensor Systems wachsen, zu dem auch die Stromversorgung von Rechenzentren gehört.
Die Prognose hat den jüngsten Zukauf aus dem Hause AMS Osram noch nicht berücksichtigt, preist jedoch einen schwachen Wechselkurs von 1,15 Dollar zum Euro ein. Eine weitere Verschlechterung des Wechselkurses rechnet Finanzchef Sven Schneider mit 25 Millionen Euro Umsatzverlust für jeden Cent, den der Dollar pro Quartal verliert.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Handelsblatt: "Dax-Konzern gibt eine halbe Milliarde Euro mehr für KI-Boom aus"
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