Effektiver Schädlingsbekämpfer
Spinnenläufer: Sie sehen erschreckend aus, sind aber hilfreich
Aktualisiert:
von Clarissa YigitDer Spinnenläufer kann erschreckend wirken, ist aber ein nützlicher Schädlingsbekämpfer. (Symbolbild)
Bild: abet / Adobe Stock
Ein Biss des Spinnenläufers, der eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet ist, kann recht schmerzhaft sein. Dennoch ist er ein nützliches Insekt.
Der Spinnenläufer, der mit wissenschaftlichem Namen "Scutigera coleoptrata" heißt, wird immer häufiger auchin Deutschlandgesichtet. Ursprünglich stammt das Krabbeltieraus dem Mittelmeerraum. Inzwischen findet man es auch in der Schweiz, Österreich und Deutschland.
Der Spinnenläufer
Der Spinnenläufer oder auch Spinnenassel kann eine Gesamtlänge von bis zu 15 Zentimeter betragen, wobei der Körper selbst etwa nur drei Zentimeter misst. Der Rest entfällt auf die 15 langen Beinpaare, beschreibt "Kraut & Rüben". Verliert der Hundertfüßer aus der Familie der Scutigeridae ein Bein, kann er sich häuten und die verlorene Extremität wächst nach, so "Das Haus".
Mit seinen Beinen kann das Insekt eine Geschwindigkeit von 1,5 Kilometer pro Stunde erreichen. Demnach ist er der schnellste Läufer im Reich der Tausendfüßer (Myriapoda). Zudem besitzt das Tier 100 bis 400 Einzelaugen, verfügt über sehr lange Antennen und kräftige Giftklauen als Mundwerkzeuge. Der Körper des Spinnenläufers variiert in der Farbe von Gelb bis Grau und besitzt charakteristische dunkle Längsstreifen.
Auf seinem Speiseplan stehen Spinnen, zahlreiche Insekten wie Fliegen oder Motten oder Silberfischchen. Da der Spinnenläufer nachtaktiv ist, bevorzugt er vor allem feuchte, dunkle Lebensräume wie beispielsweise Keller, Garagen und Bäder. Aber auch auf oder unter Rinde sowie an Felsen oder Mauern ist das Tier zu finden.
Die Weibchen legen im Sommer bis zu 60 Eier unter Steine oder in Ritzen und Spalten. Die Lebenserwartung eines Spinnenläufers beträgt circa drei Jahre. Insgesamt gibt es von den Spinnenläufern weltweit 25 Gattungen; in Mitteleuropa ist bisher aber nur die Scutigera coleoptrata beheimatet.
Nutzen des langbeinigen Insekts
Der Spinnenläufer kommt in Deutschland insbesondere im Südwesten entlang des Mittelrheinsund Oberrheins vor - besonders in Weinbergen oder Städten, schreibt "Bodentier4".
Da das Insekt insbesondere Appetit auf Schädlinge hat, hilft es, eine Überpopulation von lästigen Insekten zu verhindern. Es frisst viele Landwirtschafts- und Forstschädlinge. Daher ist er gerade in Weinbaugebieten als effizienter Schädlingsbekämpfer gerne gesehen. Jedoch muss immer noch beobachtet werden, ob er auch für bedrohte Insektenarten gefährlich werden könnte.
Schmerzhafter Biss
In der Regel meidet der Spinnenläufer den Kontakt mit Menschen. Sollte ein Mensch dennoch in Kontakt mit diesem Tier kommen, kann es unter Umständen sein, dass es zubeißt.
Der Bisskann schmerzhaft sein, vergleichbar mit einem Wespenstich. Allerdings ist das Gift, das das Tier absondert, für den Menschen ungefährlich. Dennoch können allergische Reaktionen und Entzündungen der Bisswunde entstehen.
Spinnenläufer im Haus - das kann man tun
Falls ein Spinnenläufer im Haus gesichtet wurde, sollte er aufgrund seiner Schädlingsbekämpfungsfunktion nicht getötet werden. Besser ist es, das Tier mit einem Gefäß zu fangen, ein Stück Papier darunterzuschieben und es in die freie Natur auszusetzen.
Verwendete Quellen:
Kraut&Rüben: "Spinnenläufer: Der schnelle Jäger erobert West-Mitteleuropa"
Bodentier4: "Scutigera coleoptrata (Linné, 1758)"
Bodentier4: "Spinnenläufer (Scutigeromorpha)"
Das Haus: "Spinnenläufer: Eigenschaften im Überblick"
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