Lüge vor Untersuchungsausschuss?
Nach Scheuers Aussage zu Maut-Fiasko: Prozess gegen Ex-Verkehrsminister
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
So lief die Maut-Affäre um Scheuer (21. August 2025)
Videoclip • 04:18 Min • Ab 12
Die gescheiterte Pkw-Maut lässt Andreas Scheuer nicht los, der Vorwurf lautet: Falschaussage. Das Landgericht Berlin hat eine Anklage gegen den Ex-CSU-Minister zugelassen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor, vor dem Maut-Untersuchungsausschuss gelogen zu haben.
Scheuer weist die Vorwürfe ebenso zurück wie der ehemalige Staatssekretär Gerhard Schulz.
Die geplante Pkw-Maut wurde im Juni 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) einkassiert.
Der frühere Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) soll sich wegen des Vorwurfs einer Falschaussage im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut vor Gericht verantworten. Das Landgericht Berlin hat eine entsprechende Anklage zugelassen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.
Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen vor, vor dem Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestags gelogen zu haben. Mitangeklagt ist der ehemalige Staatssekretär Gerhard Schulz.
Der ehemalige CSU-Minister weist den Vorwurf zurück. Sein Mandant trete dem Vorwurf "nachdrücklich entgegen", erklärte sein Rechtsanwalt Daniel Krause im August, als die Anklage bekannt wurde. Auch der frühere Staatssekretär bestreitet den Vorwurf nach übereinstimmenden Angaben von Verteidigung und Staatsanwaltschaft.
Wann der Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer beginnt, ist noch offen. Das Gericht ist dazu mit den Beteiligten noch in der Absprache, wie die Gerichtssprecherin mitteilte.
Auch in den News:
Prestigeprojekt Kern der Anklage
Die Pkw-Maut – ein Prestigeprojekt der CSU in der damaligen schwarz-roten Bundesregierung – war im Juni 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) als rechtswidrig gestoppt worden. Ein Untersuchungsausschuss hatte sich danach mit möglichen Fehlern Scheuers befasst.
Der Ausschuss hatte im Dezember 2019 seine Arbeit aufgenommen und diese im Sommer 2021 abgeschlossen. In der Kritik stand vor allem, dass Scheuer Betreiberverträge zur Pkw-Maut schon Ende 2018 abschloss, noch bevor endgültige Rechtssicherheit beim EuGH bestand.
Laut Anklage sollen Scheuer und Schulz bei ihrer Befragung in dem Ausschuss "bewusste Falschaussagen" gemacht haben. Auf Fragen Abgeordneter, ob seitens der Betreiber bei einem Treffen am 29. November 2018 angeboten worden sei, die Verträge erst nach der EuGH-Entscheidung zu unterzeichnen, sollen beide "entgegen ihrer tatsächlichen Erinnerung angegeben haben, sich an ein solches Verschiebungsangebot nicht erinnern zu können", so die Staatsanwaltschaft.
Anzeigen von Privatpersonen Grundlage der Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Mai 2022 bekanntgegeben, dass sie im April wegen des Verdachts einer Falschaussage im Untersuchungsausschuss des Bundestags ein Ermittlungsverfahren gegen Scheuer sowie den früheren Verkehrsstaatssekretär Schulz eingeleitet hat.
Grundlage waren nach Angaben der Behörde mehrere Strafanzeigen von Privatpersonen. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass Scheuer und Schulz bei einer Zeugenaussage "bewusst wahrheitswidrig" ausgesagt hätten, hieß es damals.
Deutschlands Schadensersatz: 243 Millionen Euro
Scheuer hat im April 2024 sein Bundestagsmandat niedergelegt. Er hat inzwischen eine Beratungsfirma gegründet. Der deutsche Staat musste infolge des Maut-Debakels 243 Millionen Euro Schadenersatz an die einst vorgesehenen Betreiber zahlen. Das hatte eine Verständigung nach einem Schiedsverfahren ergeben.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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