Naturphänomen

Gespinstmotten hüllen Bäume ein: Harmlos oder eine Gefahr?

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Gefahr für den Menschen: Eichenprozessspinner breitet sich aus

Videoclip • 01:18 Min • Ab 12


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Weiße Schleier überziehen Sträucher und Bäume, Raupen hängen an langen Fäden bis fast auf den Boden. Das steckt hinter dem gespenstisch aussehenden Naturphänomen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vielerorts sehen Bäume und Sträucher aktuell aus, als seien sie mit einem silbrigen Tuch überzogen.

  • Verantwortlich sind Raupen der Gespinstmotte.

  • Warum der Befall meist harmlos ist, wieso keine Bekämpfung nötig ist und worauf Fachleute jetzt hinweisen.

Was derzeit an vielen Orten wie eine Szene aus einem Gruselfilm wirkt, hat einen ganz natürlichen Ursprung: Gespinstmotten hüllen Bäume und Sträucher in dichte, silbrig-weiße Netze. Die auffälligen Schleier sorgen bei manchen Spaziergängern für Verunsicherung. Fachleute geben jedoch Entwarnung. Anders als der gefürchtete Eichenprozessionsspinner sind Gespinstmotten für Menschen ungefährlich. Weder die Raupen noch ihre Gespinste besitzen gesundheitsschädliche Brennhaare. Wer mit den feinen Netzen in Berührung kommt, muss daher keine allergischen Reaktionen oder Hautreizungen befürchten.

Die Tiere nutzen ihre Gespinste vor allem als Schutzschild. Die Raupen spinnen die Hüllen, um sich vor Fressfeinden wie Vögeln oder Wespen sowie vor Witterungseinflüssen zu schützen. Besonders betroffen sind Laubbäume und Sträucher, darunter Traubenkirschen, Pfaffenhütchen, Pappeln und teilweise auch Obstbäume. Die Pflanzen werden dabei oft nahezu kahl gefressen – ein drastischer, aber meist vorübergehender Anblick.


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Befallene Bäume erholen sich schnell wieder

Denn in den allermeisten Fällen erholen sich die befallenen Gehölze schnell. Gesunde Bäume treiben häufig noch im selben Jahr wieder aus, nachhaltige Schäden bleiben in der Regel aus. Nur im Obstbau kann der Befall problematischer werden, weil Ernteausfälle drohen. Hinzu kommt, dass chemische Mittel kaum helfen: Die Gespinste sind wasserabweisend, außerdem gilt ihr Einsatz in vielen öffentlichen Grünflächen aus ökologischen Gründen als weder sinnvoll noch zulässig.

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Mildes Frühjahr sorgt für Massenvermehrung

Dass die Gespinstmotten in diesem Jahr so stark auffallen, dürfte auch am Wetter liegen. Milde Winter und ein trocken-warmes Frühjahr schaffen ideale Bedingungen für eine Massenvermehrung. Doch das Phänomen ist selbstbegrenzend: Sobald sich die Raupen verpuppen, verschwinden die Gespinste wieder – und zurück bleibt kein Grund zur Sorge, sondern vor allem ein ebenso ungewöhnliches wie faszinierendes Naturschauspiel.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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