Panzerbauer
Klimacamper in Hamm protestieren an KNDS-Werk – inklusive Greta Thunberg?
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Thunberg bei Gaza-Protest festgenommen (24. Dezember 2025)
Videoclip • 01:18 Min • Ab 12
In Hamm haben sich Klimaaktivist:innen versammelt. Einige von ihnen protestieren in Mülheim an der Ruhr und blockieren ein Werk des Panzerherstellers KNDS.
Aus Protest gegen die CO₂-intensive Stahlproduktion haben Klimaaktivist:innen ein Werk des Panzerbauers KNDS, bei dem kürzlich die Bundesregierung eingestiegen ist, und ein Werk eines Pipeline-Herstellers in Mülheim an der Ruhr blockiert. Der Zugang zu der früheren Friedrich-Wilhelms-Hütte sei versperrt und der Schichtwechsel verhindert worden, sagte eine Sprecherin des Aktionsbündnisses Ende Gelände in der Ruhrgebietsstadt und berichtete von 200 Menschen, die sich an der Aktion beteiligten.
Die Polizei bestätigte eine unangemeldete Versammlung an dem Werk und sprach von 120 Teilnehmer:innen. Die Firmenzufahrt werde blockiert, sagte ein Polizeisprecher. Man sei mit Einsatzkräften vor Ort.
Auch in den News:
Panzerstahl statt Rotornaben lautet die Kritik
Stahl werde mit Unmengen von Kohle und Gas hergestellt – er sollte nicht für Panzer, sondern für Windräder oder Eisenbahn-Schienen genutzt werden, sagte die Ende-Gelände-Sprecherin. Wer auf fossile Energie setze, setze auf die Abhängigkeit von Autokraten, die mit den Einnahmen Kriege finanzierten. "Hier, wo bis vor einigen Jahren noch Rotornaben für Windräder vom Produktionsband liefen, wird nun wieder voll auf Panzerstahl gesetzt, und zwar mit Unmengen von fossilem Gas."
Proteste mit prominenter Unterstützung
Wenig später zogen Aktivist:innen zum Mülheimer Werk der Firma Europipe, die Rohre für Pipelines herstellt. Mit weiteren 200 Menschen habe man Schienen blockiert, auf denen das Werk beliefert wird. Personengleise seien nicht betroffen. Laut Polizei waren dort etwa 100 Protestierende. Mitarbeitende konnten in das Werk hinein- und hinausgehen, die Blockade galt nur den Gleisen.
Beim Klimacamp aus Protest gegen neue Gaskraftwerke in Hamm war am Donnerstag (28. Mai) auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg eingetroffen. Für Freitag (29. Mai) hatte das Aktionsbündnis Ende Gelände Aktionen zivilen Ungehorsams angekündigt. Ob Thunberg daran teilnahm oder in Hamm beim eigentlichen Camp blieb, war zunächst unklar. Auf dem Hammer Klimacamp versammelten sich am Freitagmorgen einige Hundert Menschen und zogen in Begleitung der Polizei in Richtung Innenstadt. Laut Polizei waren es 300.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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