Italien-Urlauber betroffen

Brenner-Autobahn am Samstag komplett gesperrt – Verkehrschaos droht

Aktualisiert:

von Benedikt Rammer

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Tirol sperrt den Brenner komplett (30. April)

Videoclip • 01:14 Min • Ab 12


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Diesen Samstag (30. Mai) wird die Brennerautobahn (A13) wegen einer Demonstration stundenlang vollständig gesperrt – samt der wichtigsten Ausweichstraßen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Samstag (30. Mai) wird die Brennerautobahn A13 zwischen Schönberg und Brenner von 11 bis 19 Uhr komplett gesperrt, ebenso die wichtigsten Ausweichstraßen.

  • Rund 32.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein, das Land Tirol rät zu großräumiger Umfahrung und möglichst zum Verzicht auf nicht notwendige Fahrten.

  • Grund ist eine Demonstration gegen das hohe Verkehrsaufkommen auf der Autobahn.

Ende Mai drohen Urlauber:innen und Pendler:innen auf der Brennerroute massive Probleme. Der Grund: Wegen einer Demonstration wird die Brennerautobahn (A13) am Samstag (30. Mai) vollständig gesperrt. Von 11 bis 19 Uhr gibt es auf österreichischer Seite kein Durchkommen für Autos und Motorräder. Auf italienischer Seite hält die Sperre von 10:30 Uhr bis 20 Uhr an.

Betroffen ist nicht nur die Autobahn selbst, sondern auch der parallel verlaufende Ausweichkorridor durch das Tal. Die Tiroler Landesregierung warnt schon jetzt: "Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Brennerkorridor zu nutzen", heißt es aus Innsbruck.

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Staus drohen bereits vor der Sperre

Gesperrt werden von 11 bis 19 Uhr sowohl die A13 zwischen Mautstelle Schönberg und Brenner in beiden Fahrtrichtungen als auch die Brennerstraße B182 und die Ellbögener Straße L38. Damit ist die wichtigste Straßenverbindung von Deutschland nach Italien über den Brenner an diesem Tag stundenlang komplett unterbrochen.

Bereits weit vor dem Brenner an den Landesgrenzen erfolgen Fahrzeug-Kontrollen und Informationen für die Fahrer:innen. Falls der Verkehr wirklich kollabiert, könnte er dosiert werden. Mit Staus ist sowohl vor als auch nach der Sperre zu rechnen.

Für wen gilt eine Ausnahme?

Das Verbot betrifft jeglichen Transitverkehr in der Region im genannten Zeitraum. Ziel- und Quellverkehr ist hingegen erlaubt. Ein Passieren wäre beispielsweise möglich, wenn man nachweisen kann, dass man im Stubaital ein Hotel gebucht hat. Die Landstraße zum Brenner ist auch für Radfahrer:innen offen.

Zehntausende Reisende betroffen – Pfingstferien verschärfen Lage

Die Vollsperrung trifft einen besonders sensiblen Reisetag: das Wochenende nach Pfingsten. An diesem Samstag ist erfahrungsgemäß mit starkem Urlaubsverkehr zu rechnen. Die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag geht davon aus, dass rund 32.000 Fahrzeuge von der Sperre betroffen sein könnten. Viele davon kommen aus Bayern und Baden-Württemberg, wo der 30. Mai in die Pfingstferien fällt.

Um ein völliges Verkehrschaos zu verhindern, setzt Tirol nicht nur auf die Sperre der Autobahn, sondern blockiert gezielt auch die wichtigsten Ausweichstrecken im Wipptal. Das Land empfiehlt, Tirol an diesem Tag großräumig zu umfahren und nach Möglichkeit auf nicht zwingend notwendige Autofahrten innerhalb Tirols zu verzichten. "Umfahrungen sind sehr staugefährdet", heißt es warnend.


Wenige Alternativen – auch andere Routen überlastet

Als großräumige Ausweichoptionen kommen je nach Startpunkt in Deutschland unter anderem der Gotthard- und der San-Bernardino-Tunnel in der Schweiz oder die Tauernautobahn in Österreich infrage. Doch auch diese Verbindungen gelten an starken Reisetagen als staugefährdet. Auf der Route über den Reschenpass gibt es zusätzlich Baustellen mit Verkehrsbeschränkungen.

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Weitere mögliche Alternativen sind die Felbertauernstraße oder die Pyhrnautobahn. Allerdings sind auch diese Strecken an verkehrsintensiven Tagen häufig überlastet. Selbst wenn die Alpenpässe Timmelsjoch oder Stallersattel Ende Mai bereits schneefrei und geöffnet sein sollten, raten Expert:innen von einer Umfahrung über diese Passstraßen ab. Die Wege sind steil, teils nur einspurig, und es gelten Beschränkungen etwa für Wohnmobile.

Deshalb wird demonstriert

Die 15.000 Bewohner:innen des Wipptales, von denen viele in unmittelbarer Nähe von Autobahn und Bundesstraße leben, haben mit dem Lärm, dem Feinstaub und vielen Beeinträchtigungen im täglichen Leben durch häufige Staus auf allen Strecken zu kämpfen. Nach Angaben des Autobahnbetreibers Asfinag waren vergangenes Jahr elf Millionen Autos und nahezu 2,5 Millionen Lastwagen auf der mautpflichtigen Autobahn unterwegs. Seit 2010 hat der Lkw-Verkehr um 40 Prozent zugenommen.

Demonstrations-Versuche hat es mehrfach gegeben, bislang fehlte allerdings die Genehmigung. Diesmal hieß es im Richterspruch am Landesverwaltungsgericht Tirol: "Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum."


Verwendete Quellen:

ADAC: "Blockade der A13: Vollsperrung am Brenner Ende Mai!"

Nachrichtenagentur dpa

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