16-Jähriger verhaftet
Schongau nach mutmaßlicher Amoktat unter Schock: Hinweise auf frühere Drohungen
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt, Marie-Finn Bruker:newstime
Gewalttat in Schongau: Verdächtiger festgenommen (8. Juli)
Videoclip • 02:35 Min • Ab 12
Die Polizei spricht von einer möglichen Amoktat am Schongauer Welfen-Gymnasium. Zwei Mädchen sind schwer verletzt, ein 16-Jähriger wurde verhaftet. Laut dem Vater eines Schulkinds gab es bereits im Winter Drohungen.
Das Wichtigste in Kürze
Im oberbayerischen Schongau ist es am Mittwoch (8. Juli) zu einer mutmaßlichen Amoktat an einer Schule gekommen – zwei Mädchen wurden mit einem Messer verletzt.
Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter, einen 16-jährigen Schüler des Gymnasiums, fest.
Bereits zuvor habe es an der Schule Drohungen gegeben.
Wie die Polizeibehörde Oberbayern Süd meldete, ist es am Mittwoch (8. Juli) zu einer mutmaßlichen Amoktat am Schongauer Welfen-Gymnasiums gekommen.
Die Polizei habe nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Täter, einen Schüler des betroffenen Gymnasiums, festgenommen. Der 16-Jährige habe zuerst mit einer Pistole einen Schuss abgefeuert. Als die Waffe versagte, habe er zwei 13-Jährige Mädchen mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Eine von ihnen wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Nach aktuellem Stand (9. Juli) befinden sich beide Verletzten außer Lebensgefahr.
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Drohungen bereits im Winter an der Schule
Mit der Hilfe von Lehrer:innen konnte die Polizei den Täter, der bereits in psychischer Behandlung war, überwältigen. Bereits zuvor habe der 16-Jährige nach Angaben der Deutschen Presseagentur (dpa) Drohungen ausgesprochen.
Der Vater eines Schulkindes berichtete gegenüber :newstime ebenfalls von Drohungen – im vergangenen Winter. Ihm zufolge sei die Polizei bei einem Jungen zu Hause vorstellig geworden, habe aber Entwarnung gegeben.
In einer von Schulleiter Alexander Pfaffendorf sowie dem Stellvertretenden Schulleiter Christian Schloßnikel unterschriebenen Mitteilung an die Eltern, die :newstime vorliegt, vom 5. Januar heißt es: Es habe der Verdacht bestanden, dass ein Schüler des Gymnasiums "vor den Weihnachtsferien eine Straftat angedroht habe". Die zuständigen Behörden hätten in diesem Fall "umfassend und sorgfältig ermittelt". Die Polizei habe mitgeteilt, dass "nach aktuellem Stand keinerlei Gefahr für die Sicherheit an unserer Schule besteht".
Bürgermeister: "Ein Tag, der uns alle verändert hat"
Einen Tag nach der Schreckensstat geht der Unterricht am Welfen-Gymnasium weiter. Wie ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes mitteilte, wolle man jedoch nicht direkt weiter ins Alltagsgeschehen übergehen.
Die traumatischen Erlebnisse dürften die 800 Schüler:innen und 80 Lehrkräfte weiter begleiten. Um das Geschehene des vergangenen Mittwoch zu verarbeiten, sei ein Kriseninterventionsteam für Gespräche vor Ort.
"Die Bilder dieses Tages werden uns noch lange begleiten", schrieb der Erste Bürgermeister Schongaus, Thomas Schleich, auf Instagram. "Wir lassen Euch jetzt nicht allein", versprach Schleich darin den Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften. "Wir werden Zeit brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten", heißt es weiter. "Aber wir werden diesen Weg gemeinsam gehen."
Die Erlebnisse am Welfen-Gymnasium seien "das, wovor wir uns alle immer am meisten gefürchtet haben", so der Bürgermeister. Dieser 8. Juli habe "uns alle verändert".
Auch der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte sich. "Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau", so der CDU-Politiker nach einem Besuch in der Schule, die in seinem Bundestagswahlkreis liegt. "Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat."
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Die Frage, die bleibt: Warum?
Die Motive der möglichen Amoktat und wie der Jugendliche in "psychischer Ausnahmesituation" an die Schusswaffe gekommen war, müssen noch ermittelt werden. Das Polizeipräsidium Oberbayern bestätigte, dass die Wohnung des 16-Jährigen, der bei seinen Eltern lebt, durchsucht wurde. Auch die Hardware des mutmaßlichen Täters soll ausgewertet werden. Nun liege es in den Händen der Staatsanwaltschaft, wie genau der Tatvorwurf lautet und ob wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen den Schüler ermittelt wird.
In Schongau leben derzeit rund 12.000 Menschen. Die Stadt liegt in Oberbayern, etwa 90 Kilometer südwestlich von München.
Verwendete Quellen:
Polizeibehörde Oberbayern Süd auf X
Nachrichtenagentur dpa
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