Fall aus 1972
Rekordstrafe für Bill Cosby: Ehemaliger US-TV-Star muss Millionen wegen sexuellen Missbrauchs zahlen
Aktualisiert:
von Michael ReimersDutzende Frauen werfen dem US-Komiker Bill Cosby Missbrauch vor. (Archivbild)
Bild: Matt Slocum/AP/dpa
Nach mehr als fünf Jahrzehnten spricht ein kalifornisches Gericht einer Klägerin Dutzende Millionen Dollar Schadenersatz zu. Der 88-jährige Ex-Entertainer Bill Cosby soll sie sexuell missbraucht haben.
Das Wichtigste in Kürze
Ein kalifornisches Gericht verurteilte Bill Cosby zu knapp 60 Millionen Dollar Schadenersatz wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Jahr 1972.
Die Klage war durch ein neues Gesetz ohne Verjährungsfrist möglich geworden.
Der 88-Jährige ließ durch seine Anwälte Berufung ankündigen.
Ein kalifornisches Geschworenengericht hat Bill Cosby in einem Zivilverfahren erneut des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden und eine Rekordstrafe verhängt. Die Jury sprach der heute 84 Jahre alten Klägerin zunächst mehr als 19 Millionen Dollar (über 16 Millionen Euro) Schadenersatz zu.
Doch damit nicht genug: In einem zweiten Schritt verhängten die Geschworenen zusätzliche Strafzahlungen – sogenannte "Punitive Damages" – in Höhe von 40 Millionen Dollar. Diese im US-Rechtssystem übliche Maßnahme dient nicht nur der Entschädigung, sondern auch der Bestrafung und Abschreckung. Insgesamt muss der 88-jährige Ex-Komiker nun knapp 60 Millionen Dollar zahlen.
Vorwürfe aus dem Jahr 1972
Der Fall reicht mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Laut Klageschrift soll Cosby die damals als Kellnerin arbeitende Frau 1972 zu einer seiner Shows eingeladen haben. Dort habe er sie mit Alkohol und Tabletten wehrlos gemacht und anschließend missbraucht. Möglich wurde die Klage durch ein neues kalifornisches Gesetz, das Schadenersatzklagen wegen sexuellen Missbrauchs ohne zeitliche Verjährungsfrist erlaubt.
Nach Bekanntwerden des Urteils zeigte sich die Klägerin erleichtert. Es habe 54 Jahre gedauert, um Gerechtigkeit zu erfahren, sagte sie laut der "New York Times". Sie hoffe, damit auch anderen Frauen ein wenig zu helfen.
Der ehemalige TV-Star erschien nicht persönlich vor Gericht, ließ die Vorwürfe jedoch über seine Verteidiger und in einer eidesstattlichen Aussage zurückweisen. Sein Anwaltsteam kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen.
Auch in den News:
Jahrzehntelange Vorwürfe im Schatten der MeToo-Bewegung
Dutzende Frauen haben der einstigen TV-Ikone, bekannt durch die Sitcom "Die Bill Cosby Show", im Rahmen der MeToo-Bewegung Missbrauch vorgeworfen. Cosby hat sämtliche Anschuldigungen stets zurückgewiesen.
Der frühere Komiker war bereits 2018 in einem Strafprozess wegen sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach knapp drei Jahren im Gefängnis kam er 2021 jedoch frei, nachdem die Verurteilung wegen eines Verfahrensfehlers überraschend gekippt worden war.
Auch nach seiner Freilassung wurde Cosby weiter mit Zivilklagen konfrontiert. Bereits 2022 befand ihn eine Jury in Los Angeles des sexuellen Missbrauchs einer 16-Jährigen im Jahr 1975 für schuldig und sprach der Klägerin 500.000 Dollar zu.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier neueste Folge ansehen
Mehr entdecken

Strategische Neuausrichtung
Kik streicht Hunderte Filialen nach missglücktem Expansionskurs

Landesfrauenratspräsidentin findet klare Worte
Ungleichgewicht in Kommunalpolitik: Frauenanteil "erschreckend"

Aprilwetter pur
Wetter in Bayern: Sonne, Wolken, Regen - Schnee?

Zimmer nicht mehr bewohnbar
Feuer in Seniorenheim in Hutthurm: Drei Menschen verletzt

Ungewöhnliche Kartoffel-Spur
Rutschgefahr in Freising und Dachau: Fahrzeug verliert Kartoffeln

Mit Rettungshubschrauber ins Krankenhaus
Auffahrunfall bei Arnstorf: Zwei Personen schwer verletzt

