Ermittlungen in Stadtverwaltungen
Razzia in DFB-Zentrale: Korruptionsverdacht um Tickets für Heim-EM
Veröffentlicht:
von Christopher Schmitt:newstime
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Videoclip • 05:04 Min • Ab 12
Korruptionsverdacht rund um Tickets für die Heim-EM 2024: Eine Razzia hat auch in der DFB-Zentrale stattgefunden. Jetzt spricht NRW-Innenminister Herbert Reul.
Das Wichtigste in Kürze
Zahlreiche Stadtverwaltungen sowie die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main wurden von Ermittler:innen durchsucht.
Die Razzia erfolgte vor dem Hintergrund des Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung bezüglich Tickets der Fußball-EM 2024.
Von Seiten des Fußballverbands wird betont, dass sich die Ermittlungen nicht gegen den DFB selbst richten.
Zwei Jahre nach der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland holt ein Korruptionsskandal die Veranstalter:innen ein: Staatsanwaltschaft Bochum und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen haben am Mittwoch (1. Juli) bundesweit Durchsuchungen durchgeführt – der Verdacht wiegt schwer. Stadtverwaltungen in neun Austragungsstädten sowie die Frankfurter DFB-Zentrale stehen im Fokus der Ermittler:innen.
Der Vorwurf: Mehrere tausend EM-Tickets sollen über die Euro 2024 GmbH zu Vorzugspreisen an die zehn Austragungsstädte verteilt worden sein. Diese Karten seien dann von einzelnen Städten genutzt und auf unterschiedliche Weise verwendet worden – möglicherweise als unzulässige Vorteile für Mitarbeiter:innen im öffentlichen Dienst.
Auch in den News:
Gelsenkirchener Stadtmitarbeiter im Visier
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 66-jähriger ehemaliger Beschäftigter der Stadt Gelsenkirchen. Er soll zum EM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich nach München eingeladen worden sein und dadurch einen finanziellen Vorteil von rund 2.400 Euro erlangt haben. Der Mann, der bereits wegen Betrugsverdachts polizeilich bekannt ist, arbeitet inzwischen nicht mehr für die Stadt.
Doch damit nicht genug: Die Ermittler:innen gehen davon aus, dass vergleichbare Einladungen auch an EM-Projektleitungen weiterer Gastgeberstädte ausgesprochen wurden. Neben dem Deutschen wird auch gegen einen 46-jährigen Franzosen ermittelt.
Durchsuchungen von Hamburg bis München
Die Razzia erstreckte sich über das gesamte Bundesgebiet. Betroffen waren die Stadtverwaltungen in Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München. In Leipzig vollstreckten die Behörden ein Herausgabe-Ersuchen. Zusätzlich wurden zwei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und eines in Bayern durchsucht.
Reul: "Ein Fußball-Ticket ist kein Gehaltsbestandteil"
NRW-Innenminister Herbert Reul findet deutliche Worte für den Skandal. "Ein Fußball-Ticket ist kein Gehaltsbestandteil. Wer im öffentlichen Dienst die Hand aufhält, bekommt von uns Besuch", erklärte der CDU-Politiker. Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft lebten vom Vertrauen der Menschen in den Sport und in die Behörden. "Dieses Vertrauen lassen wir nicht durch ein paar Einladungen und Eintrittskarten beschädigen", betonte Reul und kündigte eine gründliche Aufklärung an.
DFB: Ermittlungen richten sich nicht gegen den Verband
Die DFB-Zentrale in Frankfurt wurde ebenfalls durchsucht, da dort der frühere Sitz der Euro 2024 GmbH war – jener Tochtergesellschaft, die für die Turnierausrichtung gegründet worden war. Ein DFB-Sprecher stellte jedoch klar, dass sich die Ermittlungen nicht gegen den Verband selbst richten.
Die Beschuldigten hatten bislang keine Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungsmaßnahmen dauerten zum Zeitpunkt der Bekanntgabe noch an.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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