Norwegen

Prozess gegen Marius Borg Høiby: Mindestens vier Wochen Haft für Mette-Marits Sohn

Aktualisiert:

von Michael Reimers

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Festnahme von Marius Borg Hoiby

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


Keine 24 Stunden vor Prozessauftakt wird der norwegische Prinzessinnensohn festgenommen. Darum muss Marius Borg Høiby vorerst in Haft bleiben.

Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, muss wegen weiterer Gewaltvorwürfe für mindestens vier Wochen in Untersuchungshaft bleiben. Ein Richter hat dies am Montagnachmittag (2. Februar) in Oslo entschieden.

Der 29-Jährige sei am Sonntagabend (1. Februar) festgenommen worden. Das bestätigte seine Anwältin der Nachrichtenagentur NTB, nachdem Untersuchungshaft für einen Zeitraum von vier Wochen beantragt worden war. Zu dem Ort der Festnahme machte die Polizei keine Angaben. Er werde unter anderem der Drohung mit einem Messer und des Verstoßes gegen ein Besuchsverbot verdächtigt.

Berichten zufolge soll Høiby am Wochenende ausfällig geworden sein. Zu den neuen Vorwürfen schwieg der Angeklagte.

Gegen Høiby beginnt an diesem Dienstag (3. Februar, ab 9:30 Uhr) in Oslo ein auch in Deutschland viel beachteter Prozess. Der Sohn der Kronprinzessin aus einer früheren Beziehung ist bislang in 38 Punkten angeklagt – unter anderem wegen Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen Besuchsverbote. Insbesondere die Vorwürfe der Sexualdelikte weist er zurück.

Die ersten Vorwürfe waren 2024 laut geworden – seitdem ist ihre Zahl stetig gewachsen. Zuletzt kamen erst vor einigen Wochen sechs weitere Anklagepunkte hinzu: So soll Marius Borg Høiby etwa 3,5 Kilo Marihuana aufbewahrt und transportiert haben und mehrfach zu schnell Motorrad gefahren sein.

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Aussagen von mutmaßlichen Opfern und Zeuginnen

Im Sommer 2024 hatte er zugegeben, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. In einer Stellungnahme berichtete er damals von psychischen Problemen und davon, seit längerem mit Drogenmissbrauch zu kämpfen.

Die Ermittler:innen sind sicher, dass er sich eine ganze Reihe an Straftaten zuschulden hat kommen lassen, darunter mehrere Sexualstraftaten nach dem norwegischen Vergewaltigungsparagrafen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Prozess soll bis Mitte März andauern. Nach dem Verlesen der Anklageschrift und der Plädoyers am ersten Tag soll Høiby am zweiten Prozesstag zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung nehmen. Außerdem kommen mehrere mutmaßliche Opfer und Zeuginnen zu Wort, darunter Ex-Freundinnen des Angeklagten. Es herrschen strenge Vorgaben für die Berichterstattung über die Frauen. Zahlreiche der Aussagen finden hinter verschlossenen Türen statt. Das Medieninteresse ist immens.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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