Urlaube könnten sehr teuer werden
Preise für Flugtickets schnellen wegen Iran-Krieg in die Höhe
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von Benedikt Rammer:newstime
Ölpreis steigt über kritische Grenze
Videoclip • 01:37 Min • Ab 12
Die Eskalation in der Golfregion hat Auswirkungen auf die weltweite Reisesituation. Deutsche Urlauber:innen sitzen fest, Flugpreise steigen, und klassische Urlaubsziele geraten unter Druck.
Das Wichtigste in Kürze
Der Iran-Konflikt treibt Öl- und Kerosinpreise in die Höhe, wodurch Flugtickets teurer werden.
Besonders Flüge nach Asien und Australien sind betroffen – Direktflüge kosten teilweise mehr als das Vierfache des ursprünglichen Preises.
Urlauber:innen sollten frühzeitig buchen oder alternative Routen prüfen, um Kosten zu sparen.
Die angespannte Lage in der Golfregion durchkreuzt die Reisepläne von vielen Deutschen. Zehntausende Urlauber:innen sitzen derzeit in Hotels oder auf Kreuzfahrtschiffen in Dubai, Doha oder Abu Dhabi fest. Gleichzeitig steigt in Deutschland der Preis für Benzin – eine direkte Folge des Iran-Kriegs. Expert:innen warnen zudem vor einem Anstieg der Flugpreise. Der Grund: Kerosin, das aus Rohöl hergestellt wird, ist deutlich teurer geworden. Der Ölpreis ist innerhalb weniger Tage auf über 80 Dollar pro Barrel gestiegen – ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.
Sven Maertens, stellvertretender Direktor am Institut für Luftverkehr des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR), erklärt gegenüber der "Rheinischen Post": "Steigen die Öl- und damit die Kerosinpreise dauerhaft, ist mittelfristig damit zu rechnen, dass Airlines diese Mehrkosten zumindest teilweise über höhere Ticketpreise weitergeben." Zusätzlich müssen Fluggesellschaften durch Luftraumsperrungen im Nahen Osten längere Umwege fliegen, was den Kerosinverbrauch weiter erhöht.
Flugpreise steigen spürbar
Daten von Flugvergleichsportalen zeigen: Besonders für Strecken nach Asien und Australien sind die Ticketpreise stark gestiegen. Normalerweise dient die Golfregion als wichtiger Umsteigepunkt für Flüge nach Fernost – diese Möglichkeit fällt aktuell weg. Stattdessen müssen Reisende auf Direktflüge ausweichen, die weitaus teurer sind. Beispielsweise kostete ein Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Singapur vor der Eskalation noch etwa 500 Euro. Heute liegt der Preis bei über 2000 Euro.
Auch Karsten Benz, Professor an der Hochschule Worms, sieht laut der "Rheinischen Post" mehrere Gründe für die hohen Preise: "Die Fluggesellschaften geben gestiegene Kerosinpreise an die Kund:innen weiter und verknappen gezielt die günstigeren Preisklassen." Durch das reduzierte Angebot steigen die Preise weiter, da Flüge von Airlines wie Emirates oder Qatar Airways ausfallen und andere Anbieter die Nachfrage kaum decken können.
Auch in den News:
Clever buchen in unsicheren Zeiten
Urlauber:innen sollten sich auf weitere Preissteigerungen einstellen, so die Einschätzung von Expert:innen. Kurzfristig, insbesondere in den nächsten vier bis acht Wochen, wird Fliegen teurer. Karsten Benz rät dazu, Alternativen zu prüfen: Verbindungen mit Umstiegen in Ländern wie China oder Japan könnten kostengünstiger sein. Für den Sommerurlaub empfiehlt er eine frühzeitige Buchung, da dies die Hauptreisezeit ist und spätere Buchungen meist deutlich teurer werden.
Anders sieht es bei Buchungen für den Herbst aus: Wer geduldig ist, könnte von möglichen Preissenkungen profitieren – vorausgesetzt, der Konflikt im Iran entspannt sich bis dahin. "Fallende Preise kommen nur zustande, wenn der Konflikt sein Ende findet", so Benz weiter.
Unsicherheiten bei Reisen in Krisenregionen
Die politische Lage beeinflusst auch die Wahl der Reiseziele. Während Reiseveranstalter wie TUI bisher keine Zunahme von Umbuchungen melden, verzeichnen Ziele im Mittelmeerraum sowie Fernreiseziele in Afrika oder Asien einen Anstieg der Nachfrage. Pauschalreisen gewinnen an Beliebtheit, da sie zusätzliche Sicherheit bieten.
Der Deutsche Reiseverband (DRV) weist darauf hin, dass Reisende ihre Reisen grundsätzlich stornieren können – allerdings gelten hierfür die jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). "Angst oder Furcht alleine ist allerdings kein Grund für einen Anspruch auf kostenlose Stornierung oder Umbuchung", erklärte eine Sprecherin des DRV.
Verwendete Quellen:
Rheinische Post: "In den nächsten acht Wochen wird es richtig teuer"
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