Trauer um Starregisseur
Oscar-Gewinner Sebastián Lelio stirbt mit 52 Jahren in Chile
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Die Welt trauert um Captain Picard (30. Oktober)
Videoclip • 01:53 Min • Ab 12
Der Regisseur von "Eine fantastische Frau" ist im Alter von 52 Jahren in seiner Heimat Chile gestorben. Chiles Kulturminister und die Schauspielergewerkschaft zeigen sich bestürzt. Seine Lebensgefährtin gab den Tod auf Instagram bekannt.
Das Wichtigste in Kürze
Der Oscar-Gewinner Sebastián Lelio ist im Alter von 52 Jahren in seiner Heimat Chile gestorben.
Als Todesursache nannte seine Lebensgefährtin Amalia Kassai "gesundheitliche Gründe".
Lelio gewann 2018 mit "Eine fantastische Frau" den Auslands-Oscar und lebte mehrere Jahre in Berlin.
Der chilenische Regisseur Sebastián Lelio ist tot. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, starb der Oscar-Gewinner im Alter von 52 Jahren in seiner Heimat Chile. Lebensgefährtin Amalia Kassai gab den Tod auf Instagram bekannt. Sie schrieb von "großer Trauer". Als Todesursache nannte die deutsch-chilenische Schauspielerin "gesundheitliche Gründe".
Lelio wurde leblos in seinem Haus in Las Condes gefunden. Der Ort liegt in der Metropolregion Santiago de Chile, berichteten lokale Medien übereinstimmend. Lelio gehörte zu den international bekanntesten Filmschaffenden Lateinamerikas.
Der chilenische Regisseur Sebastián Lelio lebte lange in Berlin. (Archivbild)
Bild: Christoph Soeder/dpa
Chile von Tod von Starregisseur "zutiefst betroffen"
Chiles Kulturminister Francisco Undurraga zeigte sich "zutiefst betroffen". Er würdigte die Verdienste Lelios, dessen Filme das südamerikanische Land "an die Spitze der audiovisuellen Welt" geführt hätten. Auch die Schauspielergewerkschaft "Chile Actores" reagierte bestürzt. Lelios Tod bedeute "einen enormen Verlust" für Chiles Kultur und Filmbranche, hieß es von der Gewerkschaft.
Geboren wurde Lelio 1974 im argentinischen Mendoza. Seine Kindheit verbrachte er im chilenischen Viña del Mar. In der Hauptstadt Santiago de Chile studierte er an der Filmhochschule. Nach mehreren Kurzfilmen wagte er sich 2005 an das Drama "La sagrada familia". Schon darin zeigte sich sein Interesse, Vorurteile und soziale Heuchelei aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Auch in den News:
Oscar-Erfolg mit "Eine fantastische Frau"
Mit "Eine fantastische Frau" (Originaltitel: „Una mujer fantástica“) gewann Lelio 2018 als Regisseur den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Es war das bislang einzige Mal, dass der Auslands-Oscar nach Chile ging. Das Werk erzählt das Leben einer Transgender-Frau. Bereits im Jahr zuvor hatte der Film auf der Berlinale den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhalten.
Die Idee zu dem Film sei in Berlin entstanden, erzählte Lelio einmal der dpa. Die Stadt habe sich "in den Film eingemischt". Daniela Vega spielt darin eine junge Transfrau, die in einer glücklichen Beziehung zu einem älteren Mann lebt. Dessen plötzlicher Tod macht alle ihre Pläne zunichte. Sie muss erneut gegen Vorurteile kämpfen.
Enge Beziehung zu Berlin
Nach Berlin kam Lelio erstmals im Jahr 2012. Für ein halbes Jahr war er Gast des Künstlerprogramms des "Deutschen Akademischen Austauschdiensts" (DAAD). In dieser Zeit arbeitete er am Schnitt seines Films "Gloria". Der in Chile gedrehte Film feierte im folgenden Jahr seine Uraufführung im Wettbewerb der Berlinale. Das Porträt einer charismatischen Frau Ende fünfzig holte drei Preise. Hauptdarstellerin Paulina García gewann den Silbernen Bären als beste Schauspielerin. Später sollte Lelio ein Hollywood-Remake mit Julianne Moore in der Hauptrolle verfilmen.
Mehrere Jahre blieb Lelio in der deutschen Hauptstadt. Dort gründete er in Kreuzberg das südamerikanische Restaurant "Gloria". Auch seine weiteren Filmprojekte ließ er sich von Berlin inspirieren. 2017 sagte er der dpa: "Was wir hier mit 'Gloria' erlebt haben, ist ein Meilenstein in unserem Leben und gleichzeitig war die Stadt unerwartet sehr wichtig."
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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