Ahnatalschule in Hessen
Neuer Wohlfühlort: Chipkarte für saubere Schulklos in Vellmar
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Jugendliche brechen immer häufiger Schule ab
Videoclip • 01:07 Min • Ab 12
Eine Schule in Hessen will gemeinsam mit Schüler:innen für mehr Sauberkeit und Wertschätzung auf dem Schulklo sorgen. Sie hat dafür ein Chipkarten-System eingebaut.
Das Wichtigste in Kürze:
Statt Gestank und Vandalismus auf dem Schulklo gibt es in der Ahnatalschule in Vellmar jetzt Pflanzen, Spiegel und schöne Fliesen.
Möglich macht das ein Chipkarten-System mit dem nachvollzogen werden kann, wer die Toiletten benutzt hat.
Die Schüler:innen fühlen sich nun wohler, es gibt aber auch Kritik.
Es gibt Pflanzen, Spiegel und schöne Fliesen statt Gestank und Vandalismus: Die Ahnatalschule in Vellmar (Landkreis Kassel) hat einige Schulklos hübsch renoviert. Benutzen dürfen sie Schüler:innen allerdings nur mit einer speziellen Chipkarte.
Die Situation sei zuvor für alle unzumutbar gewesen, berichtet der Leiter der integrierten Gesamtschule, Manuel Coote. Die große Mehrheit der Schüler:innen nutze die Toiletten verantwortungsvoll und verlasse sie ordentlich, betont er. Aber es gebe eben diese zwei bis drei Prozent, die das nicht täten.
Schüler:innen wollten nicht mehr aufs Klo gehen
Damit sie während der Schulzeit nicht die Toilette nutzen müssten, wollten einige Kinder morgens nichts mehr trinken, berichteten Eltern. Eine Reinigungskraft sei sogar psychisch zusammengebrochen, schildert Coote.
Alle Beteiligten im Boot hätten dann das Chipkartensystem geplant und umgesetzt. Dazu wurden mit ehrenamtlicher Hilfe eine Mädchen- und eine Jungen-Toilette saniert. Zwischen 5.000 und 6.000 Euro habe die Renovierung der WC-Räume die Schule gekostet.
Mit dem Chipkartensystem will die Schule verhindern, dass die Klos in einem ekeligen Zustand hinterlassen werden oder etwas kaputtgemacht wird. Denn durch die Karte kann man grob nachvollziehen, wer in einem bestimmten Zeitraum das Klo benutzt hat.
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300 Chipkarten ausgegeben
Es gehe dabei nicht um Kontrolle, betont Coote. "Es geht darum, Vandalismus zu verhindern und die Verantwortung der Schülerinnen und Schüler zu stärken."
Mitmachen muss übrigens niemand. Denn jeder hat die Wahl: Entweder man bekommt für 20 Euro Pfand eine Chipkarte oder man nimmt weiterhin die normalen, unrenovierten Klos. 300 der Chipkarten hatte die Schule bestellt, die sind inzwischen alle im Umlauf. "Und wir haben schon nachbestellt", sagt Coote. Er erwartet, dass sich 600 bis 700 der rund 1.000 Schüler:innen für das Chipkartensystem entscheiden.
Schüler fühlen sich wohler
Die meisten sind zufrieden mit der Lösung. "Auf den anderen Toiletten war es schon eklig. Ich habe mich unwohl gefühlt und habe versucht, nicht auf Toilette zu gehen", sagt die Schülerin Zoe. Manche Schüler:innen fühlten sich jedoch überwacht - und einigen seien 20 Euro Pfand zu teuer. Am Geld solle es jedoch nicht scheitern, sagt Schulleiter Coote. "Wer sich das nicht leisten kann, kann Unterstützung durch den Förderverein der Schule bekommen."
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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