Zweifel an Biss-Verletzung
Nach Angriff in Hamburg: Wolf wieder frei
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von dpa:newstime
Wolf beißt Frau mitten in Hamburg
Videoclip • 01:17 Min • Ab 12
Der junge Wolf, der mitten in Hamburg eine Frau verletzt hatte, ist aus einer Wildtierauffangstation in die Freiheit entlassen worden.
Das Wichtigste in Kürze
Am Montag (30. März) hatte ein Wolf im Hamburger Stadtgebiet eine Frau gebissen.
Er wurde eingefangen und in einer Wildtierauffangstation mit einem Sender ausgestattet.
Ostersonntag ist er wieder ausgewildert worden.
Der nach einem Angriff auf eine Frau vor einer Woche mitten in Hamburg eingefangene Wolf ist wieder frei. Das männliche Jungtier sei mit einem Sender ausgestattet und am Ostersonntag wieder ausgewildert worden, teilte die Hamburger Umweltbehörde mit. Wo genau der Wolf freigelassen wurde, sagte die Behörde nicht. Das Tier befand sich seit Dienstag in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg.
"Mit der Auswilderung haben wir für diesen Wolf nun eine rechtssichere Lösung gefunden, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und das Tierwohl berücksichtigt", erklärte Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Durch den Sender sei sichergestellt, dass der Standort des Tieres zu jeder Zeit bekannt sei und Jäger:innen im Zweifel unmittelbar eingreifen könnten, wenn er sich beispielsweise wieder einer Siedlung nähere. "Es ist eine Auswilderung auf Bewährung", sagte die Senatorin.
Wolf wurde in der Binnenalster eingefangen
Der Wolf war erstmals am letzten Märzwochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am folgenden Montagabend (30.3.) war er dann in eine kleine Einkaufspassage an der Großen Bergstraße im Stadtteil Altona gelaufen und hatte dort eine etwa 60 Jahre alte Frau verletzt. Anschließend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen konnte.
Die Umweltbehörde geht davon aus, dass der Wolf die Frau gebissen hat, als diese mutmaßlich auf das panische Tier zugegangen sei, um es durch die gläsernen Automatiktüren der Einkaufspassage nach draußen zu lassen. Umweltsenatorin Fegebank hatte dazu am Dienstag auf den Polizeibericht verwiesen. Was genau in dem Bericht steht, ist jedoch unbekannt, da die Polizei ihn nicht veröffentlicht.
Naturschützer bezweifeln, dass Wolf Frau gebissen hat
Naturschützer:innen bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe. Die Textilhändlerin mit eigenem Geschäft in der Passage sagte dem "Hamburger Abendblatt": "Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht getroffen."
Am Ostersonntag hatten sich nach Veranstalterangaben rund 150 Tierfreund:innen bei einer Mahnwache am Hamburger Jungfernstieg für die Freilassung des Tieres starkgemacht. Beobachter schätzten die Zahl eher auf 100. Einige von ihnen brachten ihre Hunde mit, andere trugen Schilder mit der Aufschrift "Lasst ihn zurück in seine Freiheit", "Ich bin keine Trophäe" oder "Der Wolf soll bleiben". Der Wolf war an jener Stelle von der Polizei aus der Binnenalster gefischt worden.
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