Horrende Mieten
Mietpreise für Studierende: München bleibt teuerste Stadt – BAföG reicht nur in dieser Stadt aus
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Sorge um den Berufseinstieg bei Studenten wächst (8. Juni)
Videoclip • 01:30 Min • Ab 12
Wer in München studieren will, muss fürs Wohnen so tief in die Tasche greifen wie nirgendwo sonst im Land. Neue Zahlen zeigen: Selbst das staatliche BAföG deckt die Wohnkosten nur an einem Hochschulstandort.
Der Studentenwohnreport 2026 von Finanzdienstleister MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) macht es schonungslos deutlich: Eine 30-Quadratmeter-Musterwohnung kostet Studierende in München im Monat rund 880 Euro warm – ein WG-Zimmer mit 20 Quadratmetern schlägt mit durchschnittlich 850 Euro zu Buche. München setzt sich damit mit enormem Abstand an die Spitze aller 38 untersuchten Hochschulstandorte in Deutschland.
Auf den Plätzen dahinter folgen Berlin mit rund 725 Euro für eine Musterwohnung und 659 Euro für ein WG-Zimmer, sowie Frankfurt, Köln, Hamburg und Heidelberg – dort fallen für eine Kleinstwohnung jeweils zwischen 700 und 720 Euro an.
Auch in den News:
BAföG nur ein Tropfen auf den heißen Stein
Wer glaubt, staatliche Unterstützung hilft beim Überleben in der Isar-Metropole, wird schnell ernüchtert: Die BAföG-Wohnkostenpauschale beträgt 380 Euro im Monat. Dieser Betrag reicht bundesweit nur in einer einzigen Stadt aus, um die Warmmiete einer studentischen Musterwohnung vollständig zu stemmen – in Chemnitz, wo rund 280 Euro fällig werden.
Selbst die geplante Anhebung der Pauschale auf 440 Euro würde in Berlin die tatsächlichen Wohnkosten bei Weitem nicht decken – von München ganz zu schweigen. In der bayerischen Landeshauptstadt klafft die Lücke zwischen staatlichem Zuschuss und Realität besonders dramatisch auseinander.
Zwei von drei Studierenden finanziell am Limit
Der Wohnkostendruck schlägt sich in einer beunruhigenden Zahl nieder: Studierende mit eigenem Haushalt wendeten im Jahr 2025 laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich rund 54 Prozent ihres verfügbaren Einkommens allein für Wohnen auf – mehr als doppelt so viel wie die Gesamtbevölkerung. Bundesweit gelten 65 Prozent aller Studierenden als wohnkostenüberbelastet.
Mieten steigen – auch wenn München etwas bremst
Deutschlandweit legten die Mieten für studentisches Wohnen im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Besonders stark verteuerten sich dabei Wohnungen unter 40 Quadratmetern mit einem Anstieg von 3,5 Prozent.
Innerhalb Bayerns stieg der Wohnpreisindex in München mit 1,8 Prozent zwar am schwächsten – doch auf einem Level, das für andere Städte unerreichte Höhen bedeutet. In Würzburg, wo eine Musterwohnung bereits 620 Euro kostet, kletterten die Mieten um 3,2 Prozent, in Regensburg (584 Euro) um 3,0 Prozent, in Nürnberg (556 Euro) um 2,8 Prozent.
Strukturelles Problem ohne schnelle Lösung
Die Herausgeber des Reports warnen: Auch wenn demografische Effekte – etwa die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium – die Nachfrage vorübergehend regional dämpfen können, lösen sie das grundlegende Problem nicht.
MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg bringt es auf den Punkt: Wenn Studierende ihren Hochschulort zunehmend nach dem Mietpreis und nicht nach dem besten Studienangebot wählen müssen, wird das zum ernsthaften Problem für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier neueste Folge ansehen
:newstime verpasst? Hier neueste Folge ansehen
Mehr entdecken

Wissenschaftlicher Durchbruch
Forscher entdecken neue Pinguinart – nach mehr als 100 Jahren

Gefährliche Einsätze
Baden-Württemberg: Neue Polizei-Uniformen gegen Messerangriffe

Verhandlungsbedarf
Atomwaffen für Trump-"Freund" Kim Jong-un – aber nicht für den Iran

Verbraucher
Neue Masche: Betrüger missbrauchen Bankkarten aus der Ferne

Drei reichen
Waschmittel-Wahrheit: Diese Produkte helfen wirklich

Sicherheit auf der Wiesn
Oktoberfest 2026: Hilfsangebote für Frauen und Mädchen auf der Wiesn





