Verblüffende Studie

Methanabbau: Vulkanausbruch wird zum Testlabor für neue Messmethode

Veröffentlicht:

von Christopher Ferner

:newstime

Vulkan-Spektakel: Lavastrom verdampft Meeresküste

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Forschende können erstmals per Satellit beobachten, wie viel Methan in der Atmosphäre abgebaut wird. Getestet haben sie das Verfahren am Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga im Südpazifik.

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschende können erstmals per Satellit beobachten, wie viel Methan in der Atmosphäre abgebaut wird.

  • Statt des schwer messbaren Methans erfassen sie Formaldehyd, einen Stoff, der beim Methanabbau entsteht.

  • Getestet wurde das Verfahren am Vulkanausbruch Hunga Tonga, in dessen Wolke die Satelliten tagelang einen anhaltenden Methanabbau nachweisen konnten.

Das Treibhausgas Methan gilt als besonders klimaschädlich. Seine Quellen sind teils menschlich, etwa Landwirtschaft, Mülldeponien oder Reisanbau, teils natürlich – beispielsweise Feuchtgebiete. Weil sich nicht alle Emissionen vermeiden lassen, erforschen Wissenschaftler:innen Wege, Methan gezielt aus der Atmosphäre zu entfernen. Bislang fehlte es an robusten Satelliten-Werkzeugen, insbesondere über Ozeanen, um den Erfolg solcher Eingriffe zu messen.

Genau ein solches Werkzeug stellt nun eine Studie in der Fachzeitschrift "Nature Communications" vor, an der unter anderem die Universität Kopenhagen beteiligt war. Die Grundidee: Methan selbst lässt sich über Ozeanen schlecht per Satellit messen, weil Wasser zu wenig Sonnenlicht zurückwirft. Deshalb messen die Forschenden stattdessen Formaldehyd – einen Stoff, der entsteht, sobald Methan zerfällt. Unter bestimmten Bedingungen kann erhöhtes Formaldehyd also auf verstärkten Methanabbau hinweisen.

Um zu zeigen, dass die Methode funktioniert, nutzte das Team den Ausbruch des Unterwasservulkans Hunga Tonga im Südpazifik im Januar 2022. Mit dem Satelliteninstrument TROPOMI maß es in rund 30 Kilometern Höhe ungewöhnlich viel Formaldehyd – und das über mehrere Tage hinweg. Da Formaldehyd normalerweise nach wenigen Stunden zerfällt, spricht vieles stark dafür: In der Vulkanwolke wurde fortlaufend Methan abgebaut. Damit war belegt, dass sich der Methanabbau aus dem All beobachten lässt.


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Messung am Vulkanausbruch als wichtiger Testfall

Künftig könnte das Verfahren vor allem dort zum Einsatz kommen, wofür es entwickelt wurde: bei der Überprüfung gezielter Eingriffe zur Methanentfernung. Lässt sich deren Erfolg per Satellit messen, wäre eine zentrale Lücke geschlossen.

Einschränkend weist das Team darauf hin, dass lokale Formaldehydquellen wie Brände die Messung stören können. Zudem hat der Erstautor ein Patent auf die Methode angemeldet und könnte von deren Verbreitung wirtschaftlich profitieren.

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Verwendete Quellen:

Nature Communications: "Satellite quantification of enhanced methane oxidation applied to the stratospheric plume following Hunga Tonga-Hunga Ha’apai eruption"

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