Streit entfacht

LIVE: Hantavirus-Schiff "Hondius" wartet auf Hilfe

Veröffentlicht:

von dpa

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Hantavirus-Schiff legt auf Kanaren an

Videoclip • 36 Sek • Ab 12


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Nach mehreren Todesfällen auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" streitet Spanien über einen Hafenanlauf. Das Schiff liegt gerade vor Kap Verde – hier im Livestream ist es zu sehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach mehreren Todesfällen an Bord der "Hondius" gibt es Hantavirus‑Verdacht auf dem Kreuzfahrtschiff.

  • Ein möglicher Anlauf auf den Kanaren sorgt in Spanien für politischen Streit.

  • Das Schiff liegt derzeit vor Kap Verde und wartet auf Hilfe.

Der geplante Anlauf eines von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiffs auf den Kanarischen Inseln sorgt in Spanien für Aufregung und politischen Streit. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, wehrt sich gegen das Vorhaben der spanischen Zentralregierung und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Er beklagt "fehlende Transparenz" und fordert ein "dringendes Treffen" mit Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez.

Aktuell liegt das Schiff vor Kap Verde und wartet auf Hilfe. Im Joyn-Livestream könnt ihr die Entwicklungen rund um das Schiff live verfolgen!


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"Keinerlei Informationen" von spanischer Regierung?

"Wir haben (von der Zentralregierung) bislang keinerlei Informationen erhalten, und auch keinen offiziellen Antrag für das Anlaufen auf den Kanaren", sagte Clavijo im Interview des staatlichen TV-Senders RTVE. Er habe Sánchez und Gesundheitsministerin Mónica García per Whatsapp um Gespräche gebeten. Bisher stütze sich seine Regierung ausschließlich auf Medienberichte.

Das spanische Gesundheitsministerium hatte am Dienstagabend (5. Mai) mitgeteilt, die Entscheidung, dass das Schiff die Kanaren anlaufen soll, sei in Abstimmung mit der WHO und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden. Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit im Atlantik vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas.

Auch in den News:

Teneriffa hat eine auf Epidemien spezialisierte Klinik

Bislang sind drei Passagiere der unter niederländischer Flagge fahrenden "Hondius" gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Person aus Deutschland, bei der es sich nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions um eine Frau handelt. An Bord befanden sich demnach zuletzt insgesamt 149 Menschen: 88 Passagiere (darunter ein Todesfall) und 61 Crewmitglieder. Die größte Nationalitätsgruppe stellen Briten (19) und US-Amerikaner (17), gefolgt von Spaniern (14).

Nach spanischen Medienberichten soll das Schiff die bei Tourist:innen sehr beliebte Insel Teneriffa anlaufen, wo es mit dem Hospital Candelaria eine auf Epidemien spezialisierte Klinik gibt. Zudem solle der infizierte Schiffsarzt mit einem medizinisch ausgestatteten Flugzeug auf die Kanaren ausgeflogen werden, berichteten Medien unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Madrid.

Bei zwei untersuchten Passagieren wurde nach Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums ein Typ des Hantavirus festgestellt, bei dem Infektionen zwischen Menschen bei engem, länger andauerndem Kontakt möglich sind.

"Die Gefahr ist real"

Clavijo forderte Klarheit über die Entscheidungsgrundlage. "Wenn das Risiko wie behauptet gering ist, verstehen wir nicht, warum die Passagiere drei Tage bis zu einem kanarischen Hafen weiterfahren müssen, wenn sie auch von einem Flughafen in Praia (Kap Verde) aus evakuiert werden könnten", sagte er. Es spreche nichts dagegen, die Reisenden direkt in die Niederlande auszufliegen - dort habe die Reederei ja ihren Sitz.

Auf die Frage, ob er sich einem Anlaufen auf den Kanaren widersetzen würde, ging der Regionalpräsident nicht direkt ein. "Wir brauchen mehr Informationen." Angesichts der fehlenden Transparenz "können weder die Bevölkerung auf den Kanaren noch die Regionalregierung beruhigt sein, denn die Gefahr ist real". Von Medien befragte spanische Experten entgegneten, das Risiko für die Bevölkerung des Archipels im Atlantik sei gering. "Sogar Null, oder kleiner als Null, würde ich sagen", betonte der Epidemiologe Amos García in RTVE.

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