Harsche Kritik

Seil am Buckelwal? Timmy-Rettung wirft heikle Fragen auf

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Buckelwal in die Freiheit entlassen (2. Mai)

Videoclip • 03:01 Min • Ab 12


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Nach der Freilassung von Buckelwal Timmy geraten neue Videoaufnahmen in den Fokus. Sie sollen zeigen, dass Helfer ein Seil an der Schwanzflosse nutzten – entgegen klarer Absprachen. Experten schlagen Alarm.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Freilassung von Buckelwal Timmy gibt es neue Zweifel am Ablauf der Rettung.

  • Videoaufnahmen legen nahe, dass ein Seil an der Schwanzflosse eingesetzt wurde.

  • Politik und Expert:innen fordern nun Aufklärung.

Die Rettung des Buckelwals Timmy galt offiziell als gelungen – doch Aufnahmen vom mutmaßlichen Einsatz eines Seils werfen nun schwere Fragen auf. Wie "ZDFheute" berichtet, zeigen die letzten Videoaufnahmen des Wals, dass an Bord der Barge offenbar versucht worden sei, das Tier mit einem Seil heraus zu ziehen.

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Backhaus: "Das hätte es mit uns so nicht gegeben"

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) äußerte sich kritisch. "Das ist ja auch auf den Videos zu sehen, dass da mit Seilen gearbeitet worden ist. Da habe ich ja auch gesagt, dass jetzt in der Form was an die Fluke anzubringen, das hätte es mit uns so nicht gegeben", sagte er gegenüber "ZDFheute".

Vereinbart gewesen sei zudem eine Überwachung des Tieres per Video sowie eine abschließende tierärztliche Untersuchung vor der Freilassung. Videoaufnahmen vom entscheidenden Moment der Freisetzung existieren allerdings öffentlich bislang nicht.

Walforscher: "Niemals, wirklich niemals" an Fluke ziehen

Besonders deutlich fällt die Kritik von Fachleuten wie Kirsten Tönnies aus. Die Tierärztin war nach eigenen Angaben an der Timmy-Rettung beteiligt, sei aber in den letzten Tagen ausgeschlossen worden. Die Rettungscrew habe ihr gegenüber klargestellt, dass Timmy lediglich mit einem Seil beziehungsweise Schlauch fixiert worden sei. Anschließend habe man die Barge unter ihm herausgefahren.

Walforscher Fabian Ritter warnte, es gelte als oberste Regel im Umgang mit gestrandeten Walen, "niemals, wirklich niemals in irgendeiner Weise an der Fluke zu ziehen". Diese sei empfindlich, schwere Verletzungen könnten bereits durch geringe Zugkräfte entstehen. Ob das Seil tatsächlich dazu diente, den Wal zu bewegen oder zu fixieren, ist bislang unklar.

Die Initiator:innen der Rettungsaktion distanzierten sich inzwischen von den Vorgängen an Bord. Die Unternehmerin Karin Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz teilten in einem Statement mit, "etwaige Konsequenzen für nicht abgestimmte Handlungen am und um den Wal" hätten "der Eigner, die Betreiber und uns bekannte Personen der Crew der Schiffe Fortuna B und Robin Hood zu tragen".


Verwendete Quellen:

ZDFheute: "Wie wurde Buckelwal Timmy freigelassen?"

Instagram: drtoennies

Instagram: zdfheute

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