Protest in den Städten

Lage in Albanien "volatil": Auswärtiges Amt warnt vor Gewalt bei Demos

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

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Proteste gegen Trump-Resort in Albanien (7. Juni)

Videoclip • 01:39 Min • Ab 12


Im beliebten Urlaubsland Albanien kommt es bei Demonstrationen zu Gewalt zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften. Das Auswärtige Amt reagiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Auswärtige Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für Albanien angepasst.

  • Dort kommt es in den Städten zu Demonstrationen gegen schlechte Bedingungen im Hochschulwesen sowie gegen die Regierung.

  • Die Proteste begannen in Tirana, haben mittlerweile jedoch weitere Städte erfasst.

Albanien gilt unter deutschen Urlauber:innen längst nicht mehr als Geheimtipp, doch aktuell sollten Reisende Vorsicht walten lassen. Seit Tagen demonstrieren junge Menschen im EU-Kandidatenland gegen Missstände im Hochschulwesen sowie gegen die Regierung. Nachdem es zunächst in der Hauptstadt Tirana zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstrierenden kam, wird mittlerweile in weiteren Städten protestiert. Das Auswärtige Amt reagiert auf eine Anpassung seiner Reise- und Sicherheitshinweise.

"Die Lage im Land ist volatil", schreibt die Behörde auf ihrer Website über Albanien. "Es kommt derzeit zu täglichen Demonstrationen im Zentrum der Hauptstadt Tirana, die sich inzwischen auf weitere Städte (z.B. Durrës, Shkodra, Vlora und Korça) ausgeweitet haben."

Auch in den News:

Zusammenstöße mit Sicherheitskräften

Im Umfeld von Demonstrationen sei es zuletzt vermehrt zu "gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften" gekommen. Hierbei seien aufgrund des "hochmobilen Verlaufs" der Demos auch Unbeteiligte zu Schaden gekommen.

Ein Demonstrant in Tirana wirft während Zusammenstößen eine Tränengasgranate zurück auf die Bereitschaftspolizei.

Bild: Hameraldi Agolli/AP/dpa


Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Demonstrationen sowie generell größere Menschenansammlungen weiträumig zu meiden. Informieren sollten sich Reisende demnach in den lokalen Medien. Außerdem solle den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte Folge geleistet werden.

Deshalb demonstrieren die Studierenden

Laut Ministerpräsident Edi Rama sind die Proteste ein Werk der Opposition, die verhindern wolle, dass Albanien ein Beitritt in die EU gelinge. Sie versuche demnach, mit "Feuern und Eisen" Albanien in den Abgrund zurückzubringen.

An einen Rücktritt denkt der Sozialist nicht. Diesen fordern jedoch die Demonstrant:innen. Wütend sind die Studierenden aufgrund schlechter Studienbedingungen, der hohen Ausbildungskosten und aufgrund mangelnder beruflicher Perspektiven. Grundsätzlich halten viele Albaner:innen die politischen Eliten für korrupt, gierig und inkompetent.

Unmut machte sich bereits vor Monaten breit, als bekannt wurde, dass die Regierung ein Immobilien-Projekt in einem Naturschutzgebiet an der albanischen Adriaküste unterstützt. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, steht hinter dem Projekt.


Verwendete Quellen:

Auswärtiges Amt: "Albanien: Reise- und Sicherheitshinweise"

Nachrichtenagentur dpa

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