Ukraine-Krieg

Trump: Verhandeln mit Selenskyj "schwieriger als mit Putin"

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

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Selenskyj fühlt sich von Trump "verraten" (15. Oktober)

Videoclip • 01:37 Min • Ab 12


Der US-Präsident lässt die Maske fallen: In einem TV-Interview erklärt Trump, warum er Kremlchef Putin als den einfacheren Gesprächspartner im Gegensatz zum Ukraine-Präsidenten Selenskyj betrachtet.

Es sind Worte, die in Kiew wie eine Ohrfeige wirken dürften. Donald Trump hat in einem Auftritt beim ultrakonservativen US-Sender Newsmax klargemacht, was er von Wolodymyr Selenskyj hält: nämlich wenig bis gar nichts.

"Er ist kein guter Mann für uns zum Verhandeln", sagte Trump über den ukrainischen Präsidenten. Und legte nach: "Ich bin kein großer Fan von Selenskyj."

Der US-Präsident ging noch weiter und behauptete, Selenskyj wolle in Wahrheit gar keine Einigung erzielen. "Er sagt, er möchte eine Übereinkunft, aber er will keine", so Trump. Bemerkenswert dabei: Gleichzeitig attestierte er ausgerechnet dem russischen Angreifer Wladimir Putin eine stärkere Bereitschaft zum Dialog. Mit Blick auf beide Präsidenten sagte Trump: "Ich finde es schwieriger, mit Selenskyj zu verhandeln als mit Putin."


Selenskyj als Störfaktor im Friedensprozess?

Trump deutete an, dass ein Abkommen zur Beendigung des seit Februar 2022 andauernden Krieges möglicherweise nur ohne Selenskyjs Beteiligung zustande kommen könne. Damit rückt er den demokratisch gewählten Staatschef der Ukraine – deren Land unter russischem Angriff steht – in die Rolle des eigentlichen Bremsers.

Hintergrund der erneuten Verstimmung: Selenskyj hatte öffentlich signalisiert, dass er sich durch Trump verraten fühlt. Auslöser war ein zwischen Washington und Moskau vereinbarter Diesel-Deal: Trump hatte verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitstellen – im Gegenzug sollten Sanktionen ausgesetzt werden. "Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren", hatte Selenskyj dazu in einem Gespräch mit dem britischen Moderator Piers Morgan gesagt.

Auch in den News:

Angriffe auf Raffinerien: Trump schimpft, die Ukraine kämpft

Trump nutzte das Interview auch, um Selenskyj für ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien zu rügen. Durch diese Attacken sorge die Ukraine für steigende Ölpreise auf dem Weltmarkt. "Er tut der Welt damit keinen großen Gefallen", kritisierte Trump.

Auf der anderen Seite beklagte Selenskyj zuletzt ausbleibende US-Geheimdienstinformationen sowie Einschränkungen bei der Internetversorgung über den Satellitendienst Starlink, der dem Unternehmen SpaceX von Elon Musk gehört. Diese Ausfälle hätten zum Scheitern ukrainischer Drohneneinsätze geführt.


"Aufhören – jetzt"

Seine eigene Botschaft formulierte Trump im Interview knapp und unmissverständlich: "Ich möchte, dass das aufhört. Ich möchte, dass Selenskyj aufhört, und Putin – jetzt."

Während Trump so spricht, hält sich Selenskyj am Freitag (16. Oktober) in Brüssel auf, um mit den Staats- und Regierungschef:innen aller 27 EU-Mitgliedstaaten über weitere Unterstützung für sein Land zu beraten. Die Botschaft aus Washington dürfte auf diese Gespräche einen düsteren Schatten werfen – und die Frage lauter werden lassen, wie lange die USA noch verlässlich an der Seite der Ukraine stehen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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