Monarch legt Steuern offen

Trotz Millionen-Renovierung: König Charles will nicht mehr im Buckingham-Palast wohnen

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

:newstime

König Charles will nicht mehr im Buckingham-Palast wohnen

Videoclip • 59 Sek • Ab 12


Der Buckingham-Palast wird frisch herausgeputzt – und das kostete hunderte Millionen. Bald sollen die Renovierungsarbeiten fertig und das Schloss wieder bewohnbar sein. Doch König Charles hat andere Pläne.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Buckingham-Palast in London wurde aufwändig renoviert, im kommenden Jahr soll er bezugsfertig sein.

  • Doch König Charles und seine Frau Camilla wollen das Residenzschloss nicht wie viele der Royals zu ihrem Zuhause machen – sie bewohnen das Clarence House nebenan.

  • Aus dem diesjährigen Finanzbericht des Sovereign Grant geht hervor, dass der Palast künftig vor allem für zeremonielle Zwecke genutzt werden soll.

Er ist das Symbol der britischen Monarchie: Der Buckingham-Palast wurde für hunderte Millionen Euro renoviert. Doch der britische König kehrt der frisch hergerichteten Bleibe den Rücken zu: Charles III. will den Londoner Prachtbau nicht mehr bewohnen.

Auch in den News:

Schon Charles' Großeltern hatten während der deutschen Bombardements im Zweiten Weltkrieg im Buckingham-Palast ausgeharrt, auch Königin Elisabeth II. nutzte das Schloss als Wohnsitz, seit Generationen winken Royals von dem berühmten Balkon aus dem Volk zu.

Dem diesjährigen Finanzbericht des Sovereign Grant, der staatlichen Finanzierung für das britische Königshaus, ist nun zu entnehmen, dass das Schloss künftig vor allem zu zeremoniellen Zwecken genutzt werden soll – und nicht etwa als Zuhause für Charles und seine Frau Camilla.

Im kommenden Jahr soll es nach abgeschlossener Renovierung also vor allem mit königlichen Feierlichkeiten losgehen: Staatsbankette, Empfänge für Botschafter:innen und andere Honoratior:innen sowie Ordensverleihungen. Als tatsächlicher Wohnsitz soll das Prachtgebäude dann nicht mehr dienen.

Schon seit längerem bewohnen Charles und Camilla das Gebäude nebenan. Gleich nach dem Tod von Queen Mum 2002 hatten sie sich das Clarence House ganz nach ihrem Geschmack einrichten lassen. Dennoch sollen dem Königspaar weiterhin private Räume im Buckingham-Palast zur Verfügung stehen, die man bewohnen könne, so die britische Nachrichtenagentur PA nach dem royalen Schatzmeister James Chalmers, dem "Keeper of the Privy Purse".


So viel Steuern zahlt König Charles

Doch nicht nur mit seiner Wohnort-Wahl sticht König Charles aus seinen Vorgänger:innen heraus. So legte er in diesem Jahr als erster britischer Monarch seine persönlichen Steuerzahlungen offen – eine Strategie, die der Öffentlichkeit mehr Transparenz liefern soll.

Seit seinem ersten Tag im Amt im Jahr 2022 nach dem Tod der Queen zahlte Charles demnach mehr als 30 Millionen Pfund Steuern. Der König zahlt freiwillig Einkommens- und Kapitalertragsteuer, nach Vereinbarung im sogenannten Memorandum of Understanding on Royal Taxation 2023.

Sein privates Einkommen bezieht der 77-Jährige etwa aus Einnahmen seines privaten Anwesens Balmoral in Schottland oder dem Herzogtum Lancaster (Duchy of Lancaster). Dabei handelt es sich um ein privates Portfolio aus Landbesitz, Immobilien und Investitionen.


Weniger Budget für die Royals

Mit dem schick hergerichteten Schloss schrumpft allerdings das Budget der Royals. Wie dem Finanzbericht zu entnehmen ist, soll sich der Sovereign Grant in den nächsten fünf Jahren von zuletzt gut 132 Millionen Pfund (153 Millionen Euro) auf 99,9 Millionen Pfund (knapp 116 Millionen Euro) reduzieren, nachdem er zuvor erheblich gewachsen war. Ein großer Teil davon wird weiterhin für den Erhalt der royalen Immobilien draufgehen.

Doch Londoner Tourist:innen können sich freuen: Der Palast soll mit der Renovierung künftig auch Besucher:innen mehr Einlass gewähren.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Visit London: "Königin Elizabeth II."

Mehr entdecken