33 Empfehlungen
Deutscher Gewerkschaftsbund legt Gegenentwurf vor: Rente ohne höheres Eintrittsalter
Aktualisiert:
von Jacqueline Bittl:newstime
Rentenreform kommt: Das muss man wissen (23. Juni)
Videoclip • 02:14 Min • Ab 12
Mehr gesetzliche Rente, Pflicht zur Betriebsrente und kein späterer Ruhestand: Der DGB präsentiert ein alternatives Altersvorsorge-Modell und stellt sich damit gegen die Pläne der Bundesregierung.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) legte ein eigenes Rentenkonzept als Gegenentwurf zu den Vorschlägen der Regierungskommission vor. Das Papier setzt ausschließlich auf zwei Säulen: eine gestärkte gesetzliche Rente und eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach sich zuletzt für die Anhebung des Renteneintrittsalters aus, die DGB-Kommission lehnt so eine Anhebung ab. Auch die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren solle erhalten bleiben.
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System des DGB könne 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens sichern
Konkret schlägt das Expertengremium vor, das Rentenniveau in der gesetzlichen Rente schrittweise von derzeit 48 auf 53 Prozent anzuheben. Zusätzlich sollen Arbeitgeber:innen verpflichtet werden, für alle Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten und dafür allein zwei Prozent des Bruttolohns einzuzahlen. Zusammengenommen sollen beide Systeme nach Darstellung der Kommission im Alter 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens sichern.
DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi kündigte das Expertengremium zu Jahresbeginn an
Fahimi sprach sich dafür aus, auch Privatversicherte an der Finanzierung der Krankenkosten von Bürgergeldbezieher:innen zu beteiligen, für die derzeit die gesetzliche Krankenversicherung mit Milliardensummen mit aufkommt.
Bild: Fabian Sommer/dpa
Zur Finanzierung sieht das Konzept "leicht erhöhte Beiträge" sowie einen höheren Zuschuss aus dem Bundeshaushalt vor. Dieser sogenannte "Demografiezuschuss" soll über höhere Abgaben auf große Vermögen, hohe Einkommen und Kapitaleinkünfte getragen werden. Außerdem solle der Kreis der Beitragszahler:innen erweitert werden: Selbstständige sowie Politiker:innen müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi setzte die Kommission bereits zu Jahresbeginn als bewusstes Gegengewicht zur Rentenkommission der Bundesregierung ein. Deren 33 Empfehlungen wurden inzwischen von Bundeskanzler Merz und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) aufgegriffen und eine vollständige Umsetzung angekündigt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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