Gesundheit im Sommer
Hohe Ozonwerte – wo es bei Hitze gefährlich wird und wie Sie sich schützen
Veröffentlicht:
von Domagoj KlobucarHitze ist ein Gesundheitsrisiko - das liegt auch an hohen Ozonwerten.
Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Steigende Ozonwerte können bei Hitze zur Gefahr werden – vor allem für Risikogruppen. Wo die Belastung jetzt zunimmt, wie Ozon entsteht und welche Schutzmaßnahmen wichtig sind.
Hohe Ozonwerte können bei sommerlicher Hitze zur Gesundheitsgefahr werden. Werte wie derzeit gemessen, sind laut "Merkur" zwar noch nicht akut lebensgefährlich, können sich bei anhaltender Hitze jedoch rasch in den kritischen Bereich entwickeln.
Ab einer Konzentration von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) erfolgt in Deutschland eine offizielle Warnung, ab 240 µg/m³ spricht man von der "Alarmstufe".
Wie Ozon entsteht
Ozon bildet sich aus Vorläuferstoffen wie Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen unter Einwirkung von Sonnenlicht. Bei stabiler Luftschichtung – wie sie während Hitzewellen auftritt – wird Ozon kaum verdünnt. Der Klimawandel begünstigt solche Wetterlagen, weshalb künftig häufiger mit hohen Ozonwerten zu rechnen ist, schildert der Diplom-Meteorologe Dominik Jung im "Merkur" den Entstehungsprozess.
Das EU-Erdbeobachtungsprogramm "Copernicus" wies bereits im Frühsommer auf für diese Jahreszeit außergewöhnliche hohe Ozonwerte in Europa hin. Copernicus meldete unter Berufung auf Daten seines Atmosphärenüberwachungsdienstes "Cams", die bodennahe Konzentration von Ozon habe im Juni fast in allen europäischen Ländern signifikant zugenommen. Hierüber berichtete auch die "Zeit".
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Auf was Sie achten sollten
Als spürbare Folgen erhöhter Ozonwerte können Husten, Atemnot, tränende Augen oder Kopfschmerzen auftreten. Gesundheitlich besonders gefährdet sind Kinder und ältere Menschen.
Steigen die Ozonwerte, ist es ratsam, körperliche Aktivitäten in der Mittagshitze zu vermeiden. Ideal sind sportliche Einheiten in den frühen Morgenstunden oder am Abend, wenn die Luftbelastung üblicherweise geringer ist. Um Ozon nicht in die Wohnung zu lassen, sollten Fenster tagsüber geschlossen bleiben. Gelüftet werden sollte wird besser spät am Abend oder früh am Morgen.
Menschen mit Vorerkrankungen – etwa Asthma oder Herz-Kreislauf-Problemen – sollten zudem mit ihrem Arzt besprechen, ob ihre Medikation bei hohen Ozonwerten angepasst werden muss.
Langfristige Entwicklung
Seit den 1990er-Jahren konnten die Spitzenbelastungen durch Ozon deutlich reduziert werden – vor allem dank technischer Verbesserungen wie Abgasreinigung, Katalysatoren und einer umweltfreundlicheren Fahrzeugflotte. Ganz verschwunden ist das Problem jedoch nicht, wird im "Merkur" gewarnt: Ozon gilt nach wie vor als klassischer "Sommerschadstoff". Mit der steigenden Zahl heißer, windstiller Tage rückt die Gefahr wieder stärker in den Fokus. Die Faustregel bleibt: Je intensiver die Sonne scheint und je weniger Luftbewegung herrscht, desto höher ist das Risiko.
Verwendete Quellen:
Die Zeit: "Ungewöhnlich hohe Ozonwerte für diese Jahreszeit"
Copernicus: "Atmosphere monitors significant ozone levels across Europe"
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