Kreuzfahrt

Hantavirus-Ausbruch: Französin positiv getestet – vier Deutsche zurück

Aktualisiert:

von dpa

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Hantavirus: Deutsche zurück in Frankfurt

Videoclip • 02:38 Min • Ab 12


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Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff wurde eine Französin positiv getestet. Vier deutsche Passagier:innen sind nach Deutschland gebracht worden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff wurde eine ausgeflogene Französin positiv getestet.

  • Über Nacht hat sich der Zustand der Frau verschlechtert.

  • Unterdessen sind vier deutsche Passagier:innen zurück im Land.

Eine ausgeflogene Französin ist nach dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" positiv auf das Hantavirus getestet worden. Der Zustand der Frau habe sich in der Nacht auf Montag (11. Mai) verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist im Sender France Inter. Die Tests der anderen vier ausgeflogenen Passagier:innen aus Frankreich seien bisher negativ ausgefallen. Weitere Tests würden folgen. Bis auf Weiteres seien alle fünf in speziell eingerichteten Zimmern in einem Krankenhaus isoliert.

Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums sind von allen 17 Landsleuten, deren Rückholung die Regierung organisiert habe, zwei in der sogenannten Biocontainment-Einheit des Flugzeuges gereist. Bei einem der Passagiere habe ein PCR-Test "mild positiv" auf das Hantavirus angeschlagen, der andere zeige milde Symptome einer Erkrankung, teilte das US-Gesundheitsministerium auf X ohne genauere Erläuterungen mit. PCR-Tests können bereits eine sehr geringe Virenmenge nachweisen.

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Die fünf Französ:innen und die 17 US-Bürger:innen waren Passagier:innen des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs "Hondius", das am Sonntag (10. Mai) nach Teneriffa gekommen war. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen waren noch am selben Tag erste Sonderflüge gestartet, um die Menschen aus insgesamt 23 Nationen in ihre Heimat zu bringen und eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Insgesamt starben bisher drei Passagier:innen der "Hondius", bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.


Deutsche seit Sonntagabend zurück

Die vier in die Niederlande ausgeflogenen deutschen Passagier:innen des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs waren am späten Sonntagabend von Eindhoven aus nach Deutschland gebracht worden. Eine Bestätigung für die geplante Ankunft des sogenannten Sonderisoliertransports in der mehr als 300 Kilometer entfernten Uniklinik Frankfurt gab es bis zum frühen Montagmorgen nicht.

Dort sollen die Passagier:innen zunächst weiter untersucht und beobachtet und anschließend zur Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden. Über die Maßnahmen entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter.

Am Sonntagnachmittag waren die Betroffenen per Evakuierungsflug von der Kanareninsel Teneriffa nach Eindhoven in den Niederlanden gebracht worden. Neben Niederländer:innen und Deutschen befanden sich unter anderem auch Belgier:innen und Griech:innen an Bord. Alle waren ohne Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium vor dem Abflug mitteilte.

Per Fahrzeugkonvoi ging es nach Frankfurt

Vom militärischen Teil des Flughafens Eindhoven aus ging es für die Passagier:innen in einem Fahrzeugkonvoi weiter nach Frankfurt. Der Transport sollte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Einsatzkräften der Feuerwehren Essen und Frankfurt organisiert und begleitet werden.

Einer der deutschen Passagiere soll in die Berliner Charité gebracht werden. Nach Angaben der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt "aus der Region Berlin-Brandenburg". Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen. Das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mit.

Auch in den News:

"Keine Pandemie-Gefahr": RKI-Chef beruhigt

Der Chef des deutschen Robert Koch-Instituts sieht keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen sehr krank machen, sagte Lars Schaade am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". "Aber die gute Nachricht ist eigentlich, das ist kein Virus, das sich verbreitet. Und insofern kann ich, glaube ich, sagen: Ich sehe eigentlich keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und auch keine Pandemie-Gefahr."

Mit Blick auf den dieser Tage oft gezogenen Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: "Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar." Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen. Das Coronavirus sei damals ein neues Virus mit spezifischen Eigenschaften gewesen. "Hier haben wir ein Virus, das wir seit 31 Jahren kennen."

Schaade sprach von sicherlich einigen Tausend Fällen seit der Entdeckung 1995. "Und immer ist es gelungen, die Ausbruchssituation entsprechend unter Kontrolle zu bringen."

Virus laut EU-Gesundheitsbehörde nicht leicht übertragbar

Diese Einschätzung zur Gefährdung teilt auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC: Selbst wenn es zu einer Übertragung des Andesvirus durch Passagier:innen käme, die vom Schiff evakuiert wurden, sei das Virus nicht leicht weiter übertragbar, "sodass es unwahrscheinlich ist, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkerung käme". Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der EU durch eine Ausbreitung des Andesvirus infolge des Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff sei "sehr gering".

"Die Kombination aus Isolation, Kontaktverfolgung und medizinischer Überwachung dürfte das Geschehen vergleichsweise gut kontrollierbar machen", sagte auch Mikrobiologe Roman Wölfel von der Universität der Bundeswehr in München.

Unter strengsten Vorkehrungen evakuiert

Auf der "Hondius" waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäst:innen, Besatzungsmitglieder und begleitende Expert:innen aus 23 Ländern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Laut dem Schiffsbetreiber Oceanwide waren sechs Deutsche an Bord.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden die Menschen von der im Hafen von Granadilla vor Anker liegenden "Hondius" zunächst in kleinen Gruppen an Land gebracht und anschließend mit Bussen zum nahegelegenen Flughafen Tenerife Sur gefahren.

Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen starben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine deutsche Frau. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte.

Rotterdam erwartet die "Hondius"

Die "Hondius" soll nach Ausschiffung der Menschen mit einem Teil der Crew in Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll die an Bord gestorbene Deutsche vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffs wird in den Niederlanden erfolgen. Bis nach Rotterdam wird die "Hondius" rund fünf Tage unterwegs sein.

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