Urlaubs-Schock
Camper-Vermieter Vanever ist insolvent – das müssen Kunden wissen
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Deutscher Küchen-Hersteller meldet Insolvenz an
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Kein Camper, obwohl der Urlaub längst geplant und teilweise vollständig bezahlt ist: Die Münchner FreeVenture GmbH hinter dem Vermieter Vanever hat Insolvenz angemeldet. Für betroffene Kund:innen hängt es nun von der Zahlungs- und Buchungsart ab, wie es mit ihrem Geld weitergeht.
Das Wichtigste in Kürze
Vanever hat seinen Geschäftsbetrieb eingestellt.
Noch nicht begonnene Buchungen werden storniert.
Bereits gezahltes Geld ist von der Insolvenz betroffen.
Mitten in der Urlaubssaison müssen sich zahlreiche Camper-Fans nach einer Alternative umsehen. Die Münchner FreeVenture GmbH, Betreiberin der Camper-Vermietung Vanever, hat einen Insolvenzantrag gestellt und ihren Geschäftsbetrieb eingestellt.
Seit dem 16. August werden keine Fahrzeuge mehr an Kund:innen übergeben. Ausstehende Buchungen mit späteren Abholterminen wurden storniert. Wer bereits mit einem Vanever-Camper unterwegs ist, kann die Reise dagegen wie geplant fortsetzen und das Fahrzeug anschließend zurückgeben.
Zuletzt verfügte Vanever über 428 Camper an zwölf Standorten in Deutschland und Österreich. Von der Insolvenz sind außerdem 35 Mitarbeiter:innen betroffen, davon 27 an den eigenen Stationen.
Insolvenzverwalter spricht von erheblicher Belastung
Besonders bitter ist die Situation für Urlauber:innen, die ihre Reise bereits vollständig bezahlt haben. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann erklärt in einer Mitteilung gegenüber der "Bild": "Mir ist bewusst, dass diese Situation für viele Kunden in der laufenden Urlaubssaison eine ganz erhebliche Belastung bedeutet."
Den Betrieb weiterzuführen, sei jedoch nicht möglich. Die Einstellung sei laut Pohlmann "die einzig rechtlich zulässige und wirtschaftlich verantwortungsvolle Entscheidung". Nach Angaben des Insolvenzverwalters geht es um etwa 700 bis 1.000 Buchungen.
Bekommen Vanever-Kund:innen ihr Geld zurück?
Wie es mit bereits gezahlten Beträgen weitergeht, hängt unter anderem davon ab, wie die Buchung bezahlt wurde. Wer direkt bei Vanever gebucht und das Geld überwiesen hat, kann seinen Anspruch nach der förmlichen Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzverwalter anmelden. Ob und in welcher Höhe Betroffene ihr Geld tatsächlich zurückerhalten, steht derzeit noch nicht fest.
Vanever erklärt dazu auf seiner Website: "Dein Anspruch auf Rückerstattung des gezahlten Betrags ist eine Insolvenzforderung." Kund:innen, die mit Kreditkarte oder PayPal bezahlt haben, sollten sich nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters möglichst schnell an ihren jeweiligen Zahlungsanbieter wenden und prüfen, ob eine Rückbuchung möglich ist.
Bei Buchungen über Check24 sollen die Kund:innengelder nach Angaben des Insolvenzverwalters separat verwahrt worden sein. Für diese Kund:innen könnten deshalb andere Voraussetzungen gelten.
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Warum ist Vanever insolvent?
Vanever war in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hatte sich zu einem großen Camper-Vermieter in Deutschland entwickelt. Doch im Frühjahr 2026 verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation.
Geschäftsführer Philipp Jacke führt den Insolvenzantrag unter anderem auf eine sinkende Nachfrage zurück. "Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs, stark steigenden Kraftstoffpreisen und einer allgemeinen wirtschaftlichen Eintrübung veränderte sich das Buchungsverhalten der Kunden im Frühjahr 2026 erheblich", erklärt Jacke laut Unternehmensangaben.
Demnach wurden Reisen kurzfristiger gebucht, gleichzeitig stieg die Zahl der Stornierungen. Zusammen mit einer schwächeren Nachfrage im Camper-Markt führte das laut Unternehmen zu einem Liquiditätsengpass.
Hinzu kam ein weiteres Problem: Vanever kaufte einen Großteil seiner Camper nicht selbst, sondern mietete die Fahrzeuge saisonal an. Ende Juli kündigte ein wichtiger Fahrzeuglieferant nach Angaben des Insolvenzverwalters wegen offener Forderungen die Zusammenarbeit. Damit fehlten Vanever Fahrzeuge, um bestehende Buchungen zu erfüllen.
Vanever entschuldigt sich bei seinen Kunden
Eine Rettung des laufenden Betriebs gelang schließlich nicht mehr. Auf seiner Website richtet sich das Unternehmen direkt an die Betroffenen. "Bis zuletzt haben wir alles daran gesetzt, Vanever zu erhalten, den Geschäftsbetrieb fortzusetzen und die bisher gebuchten Reisen möglich zu machen", heißt es dort.
Für zahlreiche Urlauber:innen bedeutet die Insolvenz nun, kurzfristig umplanen zu müssen. Entscheidend ist für sie vor allem, auf welchem Weg sie gebucht und bezahlt haben – denn davon hängt ab, welche Möglichkeiten sie haben, bereits gezahltes Geld zurückzufordern.
Verwendete Quellen:
Bild: "Camper-Vermietung macht wegen Insolvenz dicht"
Abendzeitung: "Mitten in der Urlaubszeit: Großer Camper-Vermieter aus München insolvent"
vanever.com
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