Ebola im Kongo
Ebola breitet sich weiter aus – fast 5.000 Tote im Kongo
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
Ebola-Ausbruch außer Kontrolle? (14.07.2026)
Videoclip • 01:06 Min • Ab 12
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. Inzwischen wurden mehr als 10.000 Infektionen registriert. Auch die Zahl der Todesfälle nähert sich der Marke von 5.000.
Das Wichtigste in Kürze
In der Demokratischen Republik Kongo wurden inzwischen mehr als 10.000 bestätigte Ebola-Fälle registriert.
Fast 5.000 Menschen sind gestorben, besonders stark betroffen sind die Provinzen Ituri und Nord-Kivu.
Einen zugelassenen Impfstoff speziell gegen das Bundibugyo-Virus gibt es noch nicht, doch inzwischen läuft eine große klinische Impfstoffstudie.
Fast 5.000 Menschen im Kongo gestorben
Der schwere Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hält weiter an. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden bis zum 26. Oktober 10.141 bestätigte Infektionen und 4.928 Todesfälle registriert. 2.708 Erkrankte gelten als genesen. Insgesamt sind inzwischen acht Provinzen des zentralafrikanischen Landes betroffen, heißt es laut Deutscher Presse-Agentur.
Besonders angespannt bleibt die Lage in Ituri. Dort wurden laut ECDC bislang mehr als 7.200 Fälle registriert. Auch Nord-Kivu ist mit mehr als 2.300 bestätigten Infektionen stark betroffen. Insgesamt wurde das Virus mittlerweile in 66 Gesundheitszonen nachgewiesen.
Bereits wenige Tage zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer anhaltend hohen Übertragung gewarnt. Ein besonderes Problem sei die große Zahl von Menschen, die außerhalb medizinischer Einrichtungen sterben. Dies erschwere sowohl die frühzeitige Erkennung neuer Fälle als auch die Eindämmung weiterer Infektionsketten.
Der aktuelle Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht. Inzwischen sind Erkrankungen nicht mehr nur im Kongo aufgetreten. Nach Angaben der WHO wurden seit Beginn des Ausbruchs auch Fälle in Uganda, Frankreich, Kenia und Nigeria festgestellt. In Kenia waren bis zum 26. Oktober neun Infektionen und zwei Todesfälle bekannt. Die dortigen Fälle stehen nach bisherigen Erkenntnissen miteinander in Verbindung.
Neu hinzugekommen ist Nigeria: Dort wurde am 20. Oktober ein eingeschleppter Fall bestätigt. Nach Angaben des ECDC befanden sich zuletzt 54 Kontaktpersonen unter Beobachtung. Eine breitere Übertragung innerhalb des Landes wurde bislang nicht gemeldet.
Menschen versammeln sich auf einem Friedhof in der Demokratischen Republik Kongo. Das Land kämpft mit einem schweren Ebola-Ausbruch.
Bild: -/XinHua/dpa
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Bisher kein Impfstoff für Bundibugyo-Erreger
Ebola wird vor allem durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter oder verstorbener Personen übertragen. Die Erkrankung kann unter anderem Fieber, starke Schwäche sowie Magen-Darm-Beschwerden und in schweren Fällen Blutungen verursachen.
Die Bekämpfung des aktuellen Ausbruchs wird dadurch erschwert, dass bislang kein speziell gegen die Bundibugyo-Variante zugelassener Impfstoff verfügbar ist. Die WHO weist darauf hin, dass der zugelassene Ebola-Impfstoff Ervebo bislang für Erkrankungen durch das Ebola-Virus – früher Zaire-Ebolavirus genannt – empfohlen wird. Ob er auch Menschen vor einer Erkrankung durch das Bundibugyo-Virus schützen kann, ist noch nicht ausreichend geklärt.
Bei der Impfstoffforschung gibt es allerdings Fortschritte. Am 23. Oktober startete in Bunia in der Provinz Ituri eine klinische Phase-2/3-Studie, wie das ECDC berichtet. Dabei werden mögliche Impfstoffe untersucht, darunter auch Ervebo. Die WHO verweist darauf, dass Untersuchungen an Tieren Hinweise auf eine mögliche Schutzwirkung gegen Bundibugyo geliefert haben. Für einen entsprechenden Schutz beim Menschen fehlen bislang jedoch ausreichende Belege.
Trotz der Ausbreitung schätzt das ECDC das Infektionsrisiko für Menschen in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum derzeit als sehr gering ein. Für Personen, die in betroffene Regionen reisen oder dort leben, wird das Risiko als niedrig bewertet.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
ECDC: "Ebola disease outbreak caused by Bundibugyo virus – Multi-country – 2026" ecdc.europa.eu
WHO: "Ebola disease caused by Bundibugyo virus, Democratic Republic of the Congo, Kenya and Nigeria"
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