"Totale Katastrophe"

Wegen Software-Problemen: Bundeswehr droht Reparatur-Stopp

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von Max Strumberger

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Kriegsdienstverweigerer-Zahl steigt massiv

Videoclip • 01:38 Min • Ab 12


Ein dramatischer Software-Kollaps im zentralen Ersatzteillager der Bundeswehr setzt die Instandsetzung von Militärfahrzeugen schlagartig matt. Hochrangige Soldaten schlagen Alarm.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Einführung einer neuen Software im Bundeswehr-Zentrallager Wolfhagen bricht der Nachschub völlig ein.

  • In den Werkstätten der Rüstungsindustrie droht jetzt massenhaft Kurzarbeit.

  • Hunderte Arbeitsplätze stehen vor dem vorübergehenden Aus.

Ein schwerwiegender Software- und Logistikkollaps in der Zentralen Ersatzteillogistik der Bundeswehr (ZEBEL) hat die Auslieferung kriegswichtiger Ersatzteile nahezu vollständig zum Erliegen gebracht, berichtet die "WirtschaftWoche". Das Zentrallager im nordhessischen Wolfhagen bildet das Herzstück zwischen der Truppe und der Rüstungsindustrie für die Reparatur militärischen Großgeräts. Nach der Umstellung auf ein neues Lagerverwaltungssystem registriert die Software nun bis zu 1000 Störungen pro Tag – ein verheerender Anstieg gegenüber den früher üblichen 100 Fehlermeldungen im gesamten Jahr.

Innerhalb des Heeres sorgt das EDV-Debakel für helle Aufruhr. Hochrangige Militärs sprechen intern von einer "totalen Katastrophe" und warnen davor, dass die Fähigkeit zur unmittelbaren Landes- und Bündnisverteidigung ins Lächerliche gezogen werde. Sollte der Nachschub weiterhin ausbleiben, könne bis Jahresende kaum noch ein gepanzertes Fahrzeug instandgesetzt werden. In ihrer Not greifen die Werkstätten bereits zu verzweifelten Maßnahmen: Um überhaupt noch Einheiten einsatzbereit zu halten, werden andere Militärsysteme zwecks temporärer Ersatzteilgewinnung ausgeschlachtet.


Kurzarbeit bei Rüstungskonzernen

Die Schockwellen des Lieferstopps treffen auch die deutsche Rüstungsindustrie mit voller Wucht. Unternehmen wie die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG), die normalerweise binnen 48 Stunden beliefert werden, erhalten derzeit praktisch kein Material mehr. Sollte der Zulauf nicht innerhalb von zwei Wochen wieder anlaufen, droht allein bei FFG für rund 150 Beschäftigte Kurzarbeit. Branchenweit könnten bei Zulieferern und Rheinmetall-Töchtern bis zu 500 Arbeitsplätze von massiven Ausfällen betroffen sein, da ohne Teile die Fließbänder stillstehen.

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Offiziere warnen vor kritischen "Abbruchkante"

Während der Betreiber des Lagers, der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt, die Verzögerungen mit der Einzugsphase begründet und eine Erfüllungsquote von 98 Prozent beteuert, widersprechen Insider vehement. Bei Systemabstürzen könnten selbst priorisierte Aufträge für Übungsvorhaben nicht mehr abgearbeitet werden. Das Bundesverteidigungsministerium schwieg bislang zu den Vorfällen. Unterdessen warnen Offiziere vor einer kritischen "Abbruchkante" im November, die zu täglichen Ausfällen von Panzern und Gefechtsfahrzeugen im Truppenalltag führen wird.


Verwendete Quellen:

WiWo: "Totale Katastrophe" – eine Störung bei der Bundeswehr bedroht die Einsatzbereitschaft

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