Deutsche Touristen im Visier
Deutschland-Hass auf Mallorca: Jetzt fordern Politiker Preisnachlässe
Veröffentlicht:
von Joachim VonderthannEin Graffiti mit der Aufschrift "Raus" ist am Fenster eines Immobilienbüros in Santanyi auf Mallorca zu sehen.
Bild: Clara Margais/dpa
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Deutsche Urlauber:innen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca sehen sich mit zunehmender Ablehnung konfrontiert. Steigende Immobilienpreise und die Wohnungsnot sind Auslöser der Spannungen. Deutsche Politiker sind empört.
In der malerischen Kleinstadt Santanyi auf Mallorca wird die Sommerhitze von Spannungen zwischen Einheimischen und deutschen Tourist:innen überschattet. "Deutsche raus" und "Ausländische Käufer fahrt zur Hölle" prangt in roter Farbe an Gebäuden und Fahrzeugen. Hintergrund dieser Proteste sind die steigenden Immobilienpreise und die Wohnungsnot auf der beliebten Urlaubsinsel.
"Deutschlandfeindliche Stimmung" auf Malle
Die aufgeheizte Stimmung gegen Urlauber:innen wird nun auch in der deutschen Politik hitzig diskutiert. Der CSU-Abgeordnete Stephan Mayer, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, äußerte sich in der "Bild" empört über die "deutschfeindliche" Stimmung und bezeichnete sie als "nicht hinnehmbar".
Viele Einheimische geben den Ausländer:innen die Schuld für die Misere. Mayer betonte jedoch, dass nicht die deutschen Tourist:innen für die Wohnungsnot verantwortlich seien. Vielmehr sicherten ihre Besuche Wohlstand und Arbeitsplätze auf der Insel.
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Kubicki: Urlauber:innen werden wegbleiben
Wolfgang Kubicki, FDP-Vize und ehemaliger Bundestagsvizepräsident, erwartet eine "Abstimmung mit den Füßen" durch deutsche Urlauber:innen. "Die Deutschen werden einen Urlaub in anderen Ländern buchen", sagte Kubicki zur "Bild". Er warnte vor den wirtschaftlichen Folgen: Fast 90 Prozent der Einnahmen Mallorcas stammen dem Bericht nach aus dem Tourismus. "Wenn diese Einnahmen wegbrechen, sieht es düster aus für die Insel", so Kubicki.
Tourist:innen in "Geiselhaft" für spanische Probleme
Auch Hessens Europaminister Manfred Pentz (CDU) warnte vor einer "Geiselhaft" der Tourist:innen für innenpolitische Probleme Spaniens. Pentz forderte Reiseveranstalter:innen zum Handeln auf, indem sie Preisnachlässe oder alternative Reiseangebote anbieten. Er sieht die spanische Regierung in der Pflicht, politisch zu handeln, um die Wohnungsknappheit und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. "Die Demonstranten wollen ihre Regierung unter Druck setzen. Aber sie treffen Familien mit kleinen Kindern, die einfach nur eine schöne Zeit in Europa verbringen wollten", so der CDU-Politiker.
"Deutsche werden sich Urlaubsalternative suchen"
NRW-Europaminister Nathanael Liminski (CDU) zeigte sich ebenfalls besorgt über die Parolen gegen Deutsche und erwartet eine Abkehr von der Insel als Urlaubsziel. "Wer so etwas beim Jahresurlaub mit seiner Familie einmal hautnah erlebt, der sucht sich sicherlich beim nächsten Mal eine Urlaubsalternative.“
Verwendete Quellen:
"Bild": "Politiker empört über "deutschfeindliche" Stimmung auf Mallorca"
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