Skandale, Krankheit, Epstein
Das steckt hinter dem Absturz der norwegischen Königsfamilie
Veröffentlicht:
von Simon Traub:newstime
Er darf nicht zu Mama: Marius Freilassung abgelehnt (5. Juni)
Videoclip • 01:13 Min • Ab 12
Mette-Marits Ebstein-Kontakte, Høiby vor Gericht: Das Image der norwegischen Königsfamilie hat zuletzt erheblichen Schaden genommen. Weshalb die Royals in der Krise stecken – und welche Skandale das Bild des Herrscherhauses belasten.
Das Wichtigste in Kürze
Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, sitzt in Untersuchungshaft – ein Urteil wird am 15. Juni 2026 erwartet.
Mette-Marit leidet an einer chronischen Lungenerkrankung und braucht eine neue Lunge, zudem wurde ihre freundschaftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein öffentlich.
Prinzessin Märtha Louise ist mit einem selbsternannten Schamanen verheiratet und hat sich vom norwegischen Königshaus abgewandt.
Die norwegische Königsfamilie galt lange als Musterbeispiel für eine moderne Monarchie. Bodenständig, volksnah und weitgehend frei von Skandalen. Doch dieses Image hat in den vergangenen Jahren stark gelitten. So kam es zum Absturz der Royals.
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Marius Borg Høiby im Zentrum eines Skandals
Besonders belastend für die Monarchie ist der Fall von Marius Borg Høiby, dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung. Obwohl er keinen royalen Titel trägt und keine Rolle in der Thronfolge spielt, steht sein Name seit Jahren immer wieder in den Schlagzeilen.
Bereits seit 2017 wurden ihm Kontakte zur Drogenszene und problematische Verbindungen zu kriminellen Kreisen nachgesagt. Im Jahr 2025 erreichte die Affäre jedoch eine neue Dimension: Gegen Høiby wurden zahlreiche schwere Vorwürfe erhoben, darunter mehrere mutmaßliche Vergewaltigungen, Körperverletzung, Bedrohung und Drogendelikte.
Der Prozess begann im Februar 2026 in Oslo. Insgesamt stehen knapp 40 Anklagepunkte im Raum. Während Høiby die Vergewaltigungsvorwürfe zurückweist, räumte er andere Straftaten ein. Die Staatsanwaltschaft fordert eine mehrjährige Haftstrafe.
Mehrfach beantragte der 29-Jährige, seine Untersuchungshaft außerhalb des Gefängnisses verbringen zu dürfen – unter anderem auf dem königlichen Anwesen sowie zuletzt, um seine schwer kranke Mutter zu unterstützen. Die norwegischen Behörden lehnten die Anträge jedoch ab. Erst vor kurzem durfte er Mette-Marit unter Polizeibegleitung für einige Stunden besuchen.
Kronprinzessin Mette-Marit kämpft um ihr Leben
Parallel zum Gerichtsverfahren ihres Sohnes steht die Kronprinzessin selbst vor einer existenziellen Herausforderung. Die 52-Jährige leidet seit Jahren an einer schweren Form der Lungenfibrose. Die Krankheit führt dazu, dass sich Narbengewebe in der Lunge bildet und die Sauerstoffaufnahme zunehmend erschwert wird. Eine Heilung gibt es nicht.
Nach Angaben ihrer behandelnden Ärzte hat sich ihr Gesundheitszustand zuletzt deutlich verschlechtert. Mette-Marit wurde inzwischen auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt. Ohne eine passende Spenderlunge könnte ihre Lebenserwartung stark begrenzt sein.
Bei öffentlichen Auftritten ist die Erkrankung mittlerweile sichtbar. Am norwegischen Nationalfeiertag erschien die Kronprinzessin mit einer Sauerstoffkanüle und wirkte deutlich geschwächt. Die Bilder lösten in Norwegen große Anteilnahme aus.
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Neue Fragen durch die Epstein-Dokumente
Zusätzlichen Druck erzeugten Anfang 2026 Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem verstorbenen US-Finanzier und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
In den neu veröffentlichten Dokumenten tauchte der Name von Mette-Marit mehrfach auf. Die Unterlagen legen nahe, dass die Kronprinzessin über Jahre hinweg Kontakt zu Epstein hatte. Demnach standen beide in persönlichem Austausch und trafen sich mehrfach. Mette-Marit reagierte mit einer öffentlichen Entschuldigung. Sie erklärte, sie bereue die Bekanntschaft zutiefst und habe damals nicht gewusst, welche Verbrechen Epstein begangen habe.
Kritiker:innen verweisen jedoch auf frühere Nachrichten, die darauf hindeuten sollen, dass die Kronprinzessin bereits Jahre vor dem Bekanntwerden der Vorwürfe Zweifel an Epstein hatte. Die Enthüllungen sorgten daher für neue Diskussionen über Urteilsvermögen und Verantwortung innerhalb des Königshauses.
Auch in den News:
Prinzessin Märtha Louise sorgt seit Jahren für Kontroversen
Auch die ältere Schwester von Kronprinz Haakon steht regelmäßig im Fokus der Öffentlichkeit. Prinzessin Märtha Louise gilt seit Langem als unkonventionelle Persönlichkeit innerhalb der königlichen Familie. Bereits 2007 gründete sie ein spirituelles Therapiezentrum, in dem unter anderem Kurse zur Kommunikation mit Engeln angeboten wurden.
Besonders kontrovers wurde ihre Beziehung zum US-Amerikaner Durek Verrett diskutiert, der sich selbst als Schamane bezeichnet. Verrett machte wiederholt mit umstrittenen Aussagen über Krankheiten, Spiritualität und übernatürliche Fähigkeiten Schlagzeilen.
Nach ihrer Verlobung legte Märtha Louise ihre offiziellen royalen Aufgaben nieder. Die Hochzeit des Paares im Jahr 2024 wurde kommerziell vermarktet und später in einer Dokumentation verarbeitet, die zusätzliche Kritik hervorrief. Selbst der königliche Hof distanzierte sich öffentlich von Teilen des Projekts.
König Harald und Königin Sonja werden zunehmend gebrechlich
Während sich die Skandale häufen, verschärft sich zugleich die Frage nach der Zukunft der Monarchie. König Harald V. ist inzwischen 89 Jahre alt und musste in den vergangenen Jahren mehrfach medizinisch behandelt werden. Auch Königin Sonja kämpft mit gesundheitlichen Problemen. Beide gelten als wichtige Stabilitätsfaktoren für die Monarchie und genießen weiterhin hohe Zustimmung in der Bevölkerung.
Doch mit zunehmendem Alter des Königspaares richtet sich der Blick auf die nächste Generation – und genau dort häufen sich derzeit die Probleme. Noch vor wenigen Jahren galt das norwegische Königshaus als eines der beliebtesten Europas. Heute sprechen Medien und Beobachter:innen von einer Vertrauenskrise.
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby, die lebensbedrohliche Erkrankung von Mette-Marit, die Diskussionen um ihre Kontakte zu Jeffrey Epstein und die anhaltenden Kontroversen um Märtha Louise haben das Ansehen der Royals stark belastet. Das norwegische Königshaus steht vor der größten Bewährungsprobe seit Jahrzehnten.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
tagesschau.de: "Natürlich wünschte ich, ihn nie getroffen zu haben"
brisant.de: "So lebt die 'Femme fatale' des norwegischen Königshauses"
gala.de: "Überraschende Wende in Norwegen! Sie verzichtet auf ihren Royal-Titel"
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